Rund um das Gefängnis Ketziot in Israel sollten Nilkrokodile in einem Wassergraben eingesetzt werden. Dieses Vorhaben ist nun vorerst gestoppt. Das Bezirksgericht Jerusalem erließ am Sonntag eine einstweilige Verfügung, die den Transfer der Krokodile und vorbereitende Maßnahmen dafür vorerst untersagt, wie mehrere israelische Medien berichten. Hintergrund ist demnach eine Petition der Tierschutzorganisation Let the Animals Live.
In seiner Begründung schrieb der Richter Avraham Rubin, die Vorwürfe hinsichtlich eines möglichen Schadens für die Krokodile „verdienen eine Untersuchung und rechtfertigen den Erlass einer Anordnung, die den Transfer oder jede damit verbundene Handlung verbietet“, wie die Times of Israel berichtet.
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USA als Vorbild?
Die Idee soll laut einem früheren Bericht der Zeitung erstmals im vergangenen Dezember vom israelischen Sicherheitsminister Itamar Ben-Gvir bei Beratungen mit dem Chef der Gefängnisverwaltung, Kobi Yaakobi, aufgebracht worden sein. Vorbild sei laut dem Bericht eine als „Alligator Alcatraz“ bekannte Abschiebe- und Hafteinrichtung für Migranten in den USA gewesen, die inzwischen geschlossen ist. Der Beiname spielt dabei auch auf die in der Region vorkommenden Alligatoren an.
Die Umweltministerin Idit Silman hatte das Nilkrokodil laut Times of Israel im Vormonat zu einem „gehegten Wildtier“ erklärt, nachdem es zuvor als geschützte Art gegolten hatte, und damit den Weg für einen Einsatz der Tiere am Gefängnis geebnet. Die Organisation Let the Animals Live forderte dem Bericht zufolge eine Neueinstufung der Krokodile als geschützte Art.
Die Tiere sollten laut Jerusalem Post möglicherweise aus Hamat Gader im Norden Israels stammen. Dort besuchten hochrangige Vertreter der Gefängnisverwaltung im Januar 2026 eine Krokodilfarm – im Rahmen einer vorbereitenden Bewertung, berichtete die Times of Israel im Juli.
Natur- und Parkbehörde äußert Bedenken
Die Natur- und Parkbehörde äußerte deutliche Bedenken. Sie habe „keine fachliche oder wissenschaftliche Grundlage irgendwo auf der Welt“ für den Einsatz von Krokodilen in einer Haftanstalt als Sicherheitsmaßnahme gefunden, zitiert die Times of Israel die Behörde. Das Einbringen eines „großen, langlebigen, nicht heimischen Raubtiers“ könne zahlreiche Risiken für Israels Natur und die Öffentlichkeit schaffen.
Ynet berichtete Ende Juli, dass Grabungsarbeiten an einem Flügel des Gefängnisses begonnen hätten, in dem unter anderem Hamas-Mitglieder untergebracht seien. Ben-Gvirs Büro bestätigte laut Times of Israel, dass die Aushubarbeiten für den Graben bereits im Gange sind. „Wer dachte, das sei eine Spielerei, hat sich geirrt“, hieß es demnach. Der Plan sei „bis ins kleinste Detail ausgearbeitet, von der Haltung und Pflege der Krokodile bis hin zu deren Ruhezellen“.
Der Beschluss gilt zunächst vorläufig. Die Times of Israel nennt Mittwoch als Frist für eine Antwort von Silman, Ben-Gvir und der Gefängnisverwaltung. Laut ynet bleibt die Verfügung in Kraft, bis über den Antrag auf eine einstweilige Anordnung entschieden ist; der Staat soll demnach zuvor bis zum 16. August Stellung nehmen.
Ben-Gvir kritisierte den Gerichtsbeschluss. Er warf der Justiz demnach vor, sich auf die Seite von Terroristen zu stellen: „Wir wissen, dass die Terroristen die Ankunft der Krokodile fürchten, aber heute hat ihnen das Gericht geholfen“, erklärte er nach Angaben der Jerusalem Post.
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