FRANKFURT (ODER). Die 22-jährige Frankfurterin, gegen die nach der Entdeckung eines toten Neugeborenen im Abwasserrohr eines Jugendheims ermittelt wird, befindet sich auf eigenen Willen in einer psychiatrischen Einrichtung der Oderstadt. Das erklärte die Sprecherin der Staatsanwaltschaft Frankfurt (Oder), Petra Marx, am Freitag der "Berliner Zeitung". Gegen die zweifache Mutter, eine Auszubildende, werde ermittelt. Sie stehe unter dem Verdacht, das Kind getötet zu haben. Derzeit werde unter anderem geprüft, ob das am Donnerstag tot geborgene Baby von der 22-Jährigen zur Welt gebracht worden sei, sagte Frau Marx. Die Leiche des Kleinkindes werde in der Gerichtsmedizin untersucht. Nähere Angaben zur Mutter sowie zu den Todesumständen des Neugeborenen lehnte die Sprecherin der Staatsanwaltschaft unter Hinweis auf die mit Hochdruck laufenden Ermittlungen ab.Nach Polizeiangaben war die Auszubildende mit schweren Blutungen in ein Frankfurter Krankenhaus eingeliefert worden. Nachdem dort festgestellt worden sei, dass sie einige Stunden zuvor entbunden hatte, seien Nachforschungen angestellt worden. Der leblose Säugling war am Donnerstag auf Grund ihres Hinweises im Abwassersystem des Jugendheimes, in dem sie wohnt, gefunden worden. Durchaus lebensfähigDie in Frankfurt erscheinende "Märkische Oderzeitung" hatte in ihrer Freitagausgabe berichtet, dass die junge Frau ihr neugeborenes Kind möglicherweise in der Toilette des Heimes heruntergespült habe. In Gesprächen habe sie erklärt, dass sie "versehentlich" an die Toilettenspülung gekommen sei. In dem Bericht heißt es weiter, dass der Säugling trotz des verfrühten Geburtstermins "mit sieben Monaten durchaus lebensfähig" gewesen sei. In Frankfurt (Oder) sorgt der Fall für besondere Betroffenheit. Erst im Mai war hier eine 23-jährige Mutter wegen Mordes an ihren beiden Kleinkindern zu lebenslanger Haft verurteilt worden. Sie hatte die beiden Jungen über zwei Wochen lang allein gelassen. Die zwei und drei Jahre alten Kinder waren in der Wohnung verdurstet. (mor.)
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