Der Schiffsverkehr durch den Panama-Kanal soll reduziert werden. Wie die Panama Canal Authority (ACP) laut Reuters am Donnerstag mitteilte, wird die Zahl der täglichen Durchfahrten ab dem 4. September auf 34 Schiffe beschränkt, ab dem 15. September auf 32 Schiffe. Im Juni wurden dem Bericht zufolge im Durchschnitt 35 tägliche Durchfahrten verzeichnet, die Kapazität des Kanals liege bei rund 40 Durchfahrten.
Hintergrund ist die anhaltende Trockenheit in der Region und der erwartete Einfluss des Klimaphänomens El Niño auf die Niederschläge. Betroffen ist eine der wichtigsten Handelsrouten der Welt: Nach Angaben von AFP passieren rund fünf Prozent des weltweiten Seehandels den etwa 80 Kilometer langen Kanal zwischen Atlantik und Pazifik.
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Warum das Wasser knapp wird
Der Betrieb der Schleusen benötigt laut AFP große Mengen Wasser. Das Wasser stammt dem Bericht zufolge aus einem Einzugsgebiet, das von zwei Seen gespeist wird. Nach Angaben der Kanalbehörde, auf die Reuters verweist, lag der Niederschlag von Mai bis August 34 Prozent unter dem historischen Durchschnitt, der Zufluss in das Einzugsgebiet sogar 44 Prozent unter dem Normalwert.
Die Pegel seien infolge der „negativen Auswirkungen des El-Niño-Phänomens“ gesunken, erklärte ACP laut AFP. Es sei „im Einzugsgebiet des Kanals zu geringeren Niederschlägen als prognostiziert“ gekommen. El Niño ist ein Klimaphänomen, bei dem sich die Wasseroberfläche im östlichen und zentralen Pazifik nahe des Äquators erwärmt. Das wirkt sich weltweit auf Wind, Luftdruck und Niederschläge aus und erhöht das Risiko für Wetterextreme.
El Niño: Geringere Niederschläge möglich
Das Phänomen tritt AFP zufolge üblicherweise alle zwei bis sieben Jahre auf und dauert neun bis zwölf Monate. Die ACP warnte laut Reuters, dass die erwartete Stärke des El Niño 2026/2027 die Niederschläge weiter verringern könnte. Daher könne die langfristige Nachhaltigkeit der Wasserstraße und der lokalen Wasserversorgung gefährdet sein.
Noch im Mai hatten die Kanalbehörden laut Reuters mitgeteilt, für dieses Jahr seien keine Beschränkungen der Schiffsdurchfahrten geplant. Bereits seit 2025 seien jedoch Maßnahmen zur Wassereinsparung ergriffen worden.
ACP-Leiter Ricaurte Vasquez verwies laut Reuters auf die Dürre der Jahre 2023 und 2024, als der Kanal bereits Kapazitäten begrenzen musste. „Die Erfahrung von 2023 und 2024 hat uns gut auf das vorbereitet, was wir kennen, und uns die Disziplin gegeben, mit dem umzugehen, was wir nicht kennen. Der Kanal improvisiert nicht“, sagte er demnach am Mittwoch bei einer Wirtschaftsveranstaltung.
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