Das BEA bestätigt die meisten Vermutungen über den Hergang des Absturzes und liefert ein neues Element: Der Copilot hatte schon auf dem Hinflug von Düsseldorf nach Barcelona mehrfach vorübergehend einen Sinkflug eingeleitet, als der Kommandant das Cockpit kurz verlassen hatte. Konkret befand sich der Airbus A320 während seines Hinflugs um 7.20 Uhr auf der Reisehöhe von 37 000 Fuß, als der Kapitän seinen Platz kurz verließ. Eine Minute später befolgte der Copilot die übliche Anweisung des Funkturms von Bordeaux, auf 35 000 Fuß Höhe zu gehen. Kurz darauf gab Andreas L. aber plötzlich die minimale Flughöhe von 100 Fuß ein – dreißig Meter, das heißt tiefer als die lokale Bodenhöhe.
Funkturm bemerkte nichts
Diese Eingabe korrigierte Andreas L. nach nur drei Sekunden, um wieder die angeordnete Flughöhe einzugeben. Nur der Flugschreiber registrierte das Manöver; der Funkturm bemerkte davon gar nichts und gab vielmehr Weisung, die Maschine plangemäß auf 21 000 Fuß sinken zu lassen, um den Anflug auf Barcelona einzuleiten. Andreas L. bestätigte auch diese Anweisung – drehte die Flughöhe des Autopiloten aber erneut auf 100 Fuß zurück. Als der Summer die Rückkehr des Kommandanten ankündigte, gab Andreas L. wieder die obligatorische Flughöhe ein. Rund eine halbe Stunde später landete die Maschine plangemäß in Barcelona.
BEA-Direktor Rémi Judy erklärte am Mittwoch bei der Präsentation des Berichts zum Verhalten des Copiloten: „Man kann daraus schließen, dass er handlungsfähig war und dass alle seine Handlungen darauf abzielten, das Flugzeug abstürzen zu lassen.“ Der Chefermittler ließ allerdings die Frage offen, ob Andreas L. auf dem Hinflug geübt hatte – oder ob er bereits einen Crash bewirken wollte, durch den ins Cockpit zurückkehrenden Kommandanten aber daran gehindert wurde.
Andere Ermittler gehen davon aus, dass Andreas L. den Absturz auf dem Hinflug erst probte. Denn laut den Erkenntnissen an seinem deutschen Wohnort hatte der 27-jährige Copilot auf seinem eigenen Computer zuvor Nachforschungen über das Verriegeln der Cockpittür angestellt. Er hätte den Kommandanten also schon in diesem Moment ausschließen können, wenn er seine mörderische Absicht bereits in die Tat umsetzen wollte.
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