Die Stunde der Entscheidung war gekommen, die Spannung stieg, noch einmal zeigten sich die drei Finalistinnen von ihrer besten Seite, da brach es plötzlich aus Bruce heraus: "Sexy! Hot! Progressive!", deklamierte er wild. "Sie sind alle verdammt heiß! Ich liebe Euch! Suuper, suuper heiß! Suuper heiß! Suuper. Einfach suuper!"Zugegeben, nur wenige Menschen reagierten auf die ProSieben-Show "Germany's Next Topmodel" derart enthemmt wie Bruce, seines Zeichens Ex-Model, Jury-Mitglied, Choreograf und Turbo-Exzentriker. Doch ein Erfolg war die Sendung, die zunächst sogar entrüstete Politiker auf den Plan gerufen hatte, allemal: Vor allem bei den 14- bis 29-jährigen Zuschauerinnen erzielte sie glänzende Marktanteile. Über 11 000 Kandidatinnen hatten sich für die Show mit Heidi Klum beworben. Eine schaffte es schließlich auf das Cover der "Cosmopolitan". Im zweistündigen Finale wurde die 18-jährige Lena Gerke aus Cloppenburg zur Siegerin gekürt.Dass ausgerechnet die letzte Folge auch die schwächste war, ist zwar schade, konnte aber nicht wirklich überraschen: Heidi Klum ist nun mal keine große Showmasterin, dafür fehlt ihr die rhetorische Souveränität. Zudem war die Sendung immer dann am interessantesten, wenn sie Woche für Woche Einblicke hinter die Kulissen der Modelwelt gewährte - und darum konnte es im Finale nun mal nicht gehen.In Erinnerung wird "Germany's Next Topmodel" als ein unterhaltsames Format bleiben, das respektvoll mit seinen Kandidatinnen umging, auf Voyeurismus verzichtete und das Abendland keinesfalls danieder streckte. Letztlich führte die Fahndung nach der Schönsten im Land nicht zur galoppierenden Ausbreitung von Magersucht - den düsteren Prophezeiungen der "Bild" zum Trotz.------------------------------Foto: Schön und fotogen: die 18-jährige Siegerin Lena Gerke.
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