Gernot Holstein will die Rechtschreibreform stoppen

Ein Berliner klagt

Sabine Deckwerth
2 Min

Ein Berliner Vater will die Rechtschreibreform in der Hauptstadt stoppen. Gestern reichte Gernot Holstein aus Spandau eine Klage vor dem Berliner Verwaltungsgericht ein.Drei Wochen lang hat Gernot Holstein an seiner Klage gearbeitet. Gestern nachmittag gab der 40jährige Spandauer den 20 Seiten starken Band beim Verwaltungsgericht in der Moabiter Kirchstraße ab. Gernot Holstein will mit einer einstweiligen Anordnung einen Stopp der umstrittenen Reform für Berlin erreichen. "Ich möchte, daß meine Kinder nicht in der neuen Rechtschreibung unterrichtet werden", sagt er. Seine beiden Söhne, der neunjährige Randolf und der siebenjährige Sigurd, besuchen die Spandauer Birkengrundschule. Holstein befürchtet vor allem eines: Daß er seine Erziehungsziele nicht mehr durchsetzen kann. "Meine Kinder sollen Goethe, Schiller und Karl May lesen. Aber wenn sie jetzt die neuen Schreibweisen lernen, werden sie wohl nie in den alten Büchern blättern." Die Entscheidung des Wiesbadener Verwaltungsgerichts vom Dienstag, die Neuregelung vorerst für Hessen zu stoppen, hat Holstein bestärkt. "Jetzt klage ich erst recht."Seit dem letzten Jahr wird an den Berliner Schulen Altdeutsch und Neudeutsch parallel unterrichtet. Für Holstein bringt die Reform "ein absolutes Chaos" mit sich. "Niemand weiß mehr, welche Worte wie geschrieben werden. Und das Ganze wird noch dazu auf dem Rücken unserer Kinder ausgetragen."

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