POTSDAM. Dem vom designierten SPD-Vorsitzenden Franz Müntefering geschassten SPD-Bundesgeschäftsführer Martin Gorholt steht eine Rückkehroption in den brandenburgischen Landesdienst zu. Die Junge Union wetterte gestern bereits: "Brandenburg ist kein Parkplatz für gescheiterte SPD-Genossen." In der SPD wird der 52-jährige Diplom-Volkswirt durchaus für höhere Weihen gehandelt.Als Matthias Platzeck 2005 zum SPD-Bundeschef aufstieg, installierte er Gorholt als Vertrauten an der Spitze des Berliner Parteiapparates. Gorholt, ein nordrhein-westfälischer Aufbauhelfer in der Brandenburger SPD seit 1990, gab dafür damals seinen Posten als Bildungsstaatssekretär auf. In Potsdam wurde er als ruhig, effizient und kenntnisreich geschätzt. Als Platzeck nach fünf Monaten vom SPD-Vorsitz zurücktrat, hielt sein Nachfolger Kurt Beck an Gorholt fest.Nach dem rabiaten Ende seines Dienstes in Berlin - von Unfähigkeit ist die Rede - hat Gorholt nach Regierungsangaben bis 2009 ein Rückkehrrecht als Referatsleiter. Nach einigen Versorgungsaffären ist man in Potsdam aber mit Absicherungen vorsichtig geworden. Dass der in Potsdam lebende Gorholt sich in den Beamtenapparat einreiht, ist unwahrscheinlich. Er sagt: "Ich werde in den nächsten Wochen überlegen, was ich in Zukunft tun will." In der SPD wird Gorholt bereits als möglicher Nachfolger von Platzecks Staatskanzleichef Clemens Appel gehandelt, dessen Amtsführung mehrfach kritisiert wurde. (ab.)
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