Mukta Dutta Tomar ist die indische Botschafterin in Berlin. Sie hat lange in Delhi gelebt.
4 Millionen
Berlin wächst und wächst. Die Stadt wird immer größer, vielversprechender und auch herausfordernder. 2030 werden vier Millionen Menschen in Berlin leben.
Auf berliner-zeitung.de werfen wir in den kommenden Tagen für Sie einen Blick in die Zukunft: 4 Millionen, die wachsende Stadt, Berlin 2030.
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Frau Botschafterin, was ist für Sie der größte Unterschied zwischen Delhi und Berlin?
In Indien sieht man viel mehr Menschen auf der Straße. In Berlin dagegen sind mir sofort die vielen Freiflächen aufgefallen und dass man weniger Menschen sieht. Delhi und Berlin sind beides Hauptstädte mit einer reichen geschichtlichen und kulturellen Vergangenheit. Es ist einzigartig, wie sich in Delhi die historischen und kulturellen Wunder mit einem Hauch der Moderne vermischen.
Viele Berliner beschweren sich darüber, dass es voll geworden ist und der Verkehr zugenommen hat. Kommt Ihnen das übertrieben vor?
Im Vergleich zu London, New York oder Singapur wirkt Berlin nicht besonders voll. Das U-Bahn-System in Delhi wird zum Beispiel täglich von fast drei Millionen Menschen genutzt.
Ein großes Thema in Berlin ist die Luftverschmutzung. Wie steht es mit der Luft in Delhi?
Delhi hat ein Problem mit der Luftqualität. Es gibt keine Windbewegungen wie in Berlin, die für bessere Luft sorgen. Zudem brennen die Bauern in den angrenzenden Gebieten die abgeernteten Felder ab, sodass sie schnell wieder anpflanzen können. Das verursacht Smog in Delhi. Aber für die kleinen Bauern ist es sehr wichtig, dass sie schnell wieder anpflanzen können. Allerdings hat die Regierung viele Schritte unternommen, um die Luftqualität zu verbessern. Viele Fahrzeuge des öffentlichen Nahverkehrs dürfen zum Beispiel nur mit verdichtetem Erdgas fahren und nicht mit Diesel.
Können Sie verstehen, dass manche Berliner sich wünschen, die Stadt würde aufhören zu wachsen?
Menschen wollen in größere Städte ziehen. Weil dort die Lebensqualität höher ist oder das Jobangebot besser. Und die Städte können ihnen das nicht verwehren. Es ist ein fundamentales Recht, dass man dort leben kann, wo man leben möchte. Dass man manchmal im Stau steht, ist normal. Das Schöne an einer großen Stadt ist doch, dass sie so dynamisch ist. Es gibt Menschen, Bautätigkeit, Bewegung. Diese Städte sind lebendig, weil in ihnen Menschen mit Zielen und Hoffnungen leben. Ich denke, Berlin kann noch ein paar mehr Einwohner unterbringen.
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