Drogen

Gestreckte Drogen: Suchtexperten warnen vor Fentanyl in Deutschland

Nach den USA verbreiten sich nun auch in Europa synthetische Opioide wie Fentanyl immer weiter. Experten aus der Suchthilfe schlagen Alarm.

Team News AFP
2 Min
Hinterlassenschaften von Drogensüchtigen im Körnerkiez 

Hinterlassenschaften von Drogensüchtigen im Körnerkiez 

© Benjamin Pritzkuleit

Experten aus Suchtforschung und Suchthilfe haben vor gefährlichen synthetischen Opioiden in Deutschland gewarnt. Die Häufungen von Drogennotfällen in Irlands Hauptstadt Dublin und auch in Großbritannien zeige, dass diese Stoffe in Europa auf dem Vormarsch seien, erklärten der Bundesverband Akzept, die Deutsche Aidshilfe und die Katholische Hochschule Nordrhein-Westfalen am Dienstag.

Immer häufiger werden Heroin demnach synthetische Opioide wie Fentanyl oder Nitazene beigemischt. Diese Stoffe wirkten mehr als hundertmal stärker und seien sehr schwer zu dosieren, weshalb Konsumierende davon überrascht würden. Sie verursachten eine Atemdepression, die schnell tödlich verlaufen könne. Auch in Deutschland wurden demnach bereits Beimengungen in Heroinproben nachgewiesen.

Fentanyl: Infrastruktur aufbauen, um Todesfälle zu vermeiden 

Um Todesfälle zu vermeiden, müsse schnell eine Infrastruktur für Drogennotfälle aufgebaut werden, forderten die Organisationen. Städte und Kommunen sollten entsprechende Vorkehrungen treffen, Bund und Länder müssten Mittel aufstocken.

„Wir verzeichnen jetzt schon die höchste Zahl von Drogentoten seit 20 Jahren“, warnte Daniel Deimel vom Deutschen Institut für Sucht- und Präventionsforschung. Schnellteststellen könnten helfen, synthetische Opioide vor dem Konsum zu identifizieren.

Forderung: Mehr Substitution, mehr Drogenkonsumräume 

Dirk Schäffer von der Deutschen Aidshilfe forderte zudem den Ausbau der Substitutionstherapie. Zudem müsse es in allen Bundesländern Drogenkonsumräume geben. Beides seien „wissenschaftlich belegte Maßnahmen zur Überlebenssicherung“. Nötig seien auch Schulungen für Erste-Hilfe-Maßnahmen mit dem Notfallmedikament Naloxon bei einer Überdosierung. Naloxon könnten auch Laien als Nasenspray verabreichen.

Opioide sind in den USA für die Mehrheit der tödlichen Überdosen verantwortlich. US-Außenminister Antony Blinken warnte vor einigen Monaten vor einem Übergreifen der Fetanylkrise auf den Rest der Welt.

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