Gesunder Mischwald kontra Wildbretforst

BLZ
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Auf der jüngsten Kreistagssitzung warf der FDP-Fraktionsvorsitzende Klaus Luban Jägern vor, gegen Weidgerechtigkeit und Tierschutz im Forst Neubrück/Hammer verstoßen zu haben (KW-Rundschau berichtete am 11./12. Februar). Dazu erreichte uns folgende Meinung:Die Jagd wird verpachtet und stellt so für das Land und den Privatwaldbesitzer eine Einnahmequelle dar. Für ihr Geld wollen die Jäger verständlicherweise auch genügend Wild in den Forsten vorfinden. Doch die Förster haben neben der jagdlichen auch die Schutz- und Erholungsfunktion sowie die Wirtschaftlichkeit des Waldes zu garantieren. An diesem Punkt scheiden sich die Geister.Das stabile und auch für die Erholung interessante Ökosystem Wald ist schon seit mehr als 300 Jahren kaum noch vorhanden. Nach dem Abschuß bzw. der Vertreibung der Raubtiere, die früher für ein natürliches Gleichgewicht sorgten, dem Raubbau am Wald und der Schaffung von Staatsjagden blieb fast überall nur die anfällige Monokultur Kiefernforst mit einem überhöhten Wildbestand übrig.Nun versuchen einige Förster die für den Wald ungesunden Wildbestände zu reduzieren. Nur dann, so meinen sie, bestünde eine Chance, einen gesunden Laub- und Mischwald großzukriegen. Demgegenüber steht eine mächtige Lobby, die anscheinend lieber den "Wildbretforst" vorzieht. Die Konsequenz: Die Förster sind somit gezwungen, Wildschutzzäune zu bauen und immer wieder Bäume nachzupflanzen. Einen Teil der hohen Kosten dafür tragen übrigens auch die Steuerzahler, also wir alle. Es wäre ein Rückschlag für die Naturverjüngung und die gesunde Entwicklung unserer Forsten, sollten progressiv denkenden und handelnden Förstern die Hände gebunden werden.Auch jeder Kritiker der "gezielten, großen Jagd" sollte sich einmal die Zeit nehmen und die Reviere um Märkisch Buchholz und Hammer bei einem Spaziergang erkunden. Der Saft steigt nämlich wieder in den Bäumen. Viele Kiefern und Eichen wirken wie frisch geschält, sind aber von Wildtieren verbissen worden. Trotz Stöberjagd - von einer "geringen Zahl" an Wild kann keine Rede sein.Frank Bretschneider, Vorsitzender des Naturschutzbundes Dahmeland +++

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