Kriminalität

Mehr Angriffe auf Obdachlose: Berlin verzeichnet die meisten Fälle bundesweit

Die Zahl der Straftaten gegen obdachlose Menschen ist im Jahr 2025 deutlich gestiegen. Besonders viele Fälle wurden in Berlin registriert.

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Obdachlose Menschen werden besonders in Berlin häufiger Opfer von Gewalt.

Obdachlose Menschen werden besonders in Berlin häufiger Opfer von Gewalt.

© Rolf Kremming/Imago

Die Zahl der Straftaten gegen obdachlose Menschen in Deutschland ist im vergangenen Jahr um knapp 17 Prozent auf 2563 Fälle gestiegen. Das geht aus einer Antwort des Bundesinnenministeriums auf eine Anfrage der Linken hervor. Über die Zahlen hatte zunächst die Düsseldorfer Rheinische Post berichtet.

Berlin trauriger Spitzenreiter – Wenig Aufklärung

Die meisten Fälle wurden demnach in Berlin erfasst. Dort wurden 592 Straftaten gegen Obdachlose registriert, gefolgt von Bayern mit 492 und Nordrhein-Westfalen mit 310 Fällen. Mehr als 2000 Taten richteten sich bundesweit gegen obdachlose Männer, in gut 500 Fällen waren Frauen betroffen. Bei gewalttätigen Angriffen wurden den Angaben zufolge neun obdachlose Menschen getötet. In Berlin gibt es den Zahlen des Sozialberichts 2025 aus dem April zufolge 8400 Obdachlose und über 39.000 untergebrachte Wohnungslose, wobei in den Zahlen auch Flüchtlinge geführt werden.

Aus den Antworten des Ministeriums, die dem Evangelischen Pressedienst (epd) vorliegen, geht zudem hervor, dass die Aufklärungsquote bei Straftaten gegen Obdachlose niedriger ausfällt als sonst üblich. Bei Gewaltkriminalität gegen diese Gruppe lag sie 2024 bei 66,5 Prozent. Insgesamt betrug der Anteil aufgeklärter Fälle in der Polizeilichen Kriminalstatistik 77,5 Prozent.

Hohe Dunkelziffer denkbar

Die Linken-Bundestagsabgeordnete und Sprecherin für Soziales Wohnen, Sahra Mirow, sagte der Rheinischen Post: „Wir erleben auf unseren Straßen derzeit eine beispiellose Gewalteskalation gegen wohnungslose Menschen.“ Die mehr als 2500 polizeilich erfassten Straftaten bildeten dabei nur die Spitze des Eisbergs.

Aufgrund einer geringen Anzeigebereitschaft der Betroffenen sowie ungenauer Erfassungskriterien und Definitionen aufseiten der Behörden sei von einer erheblichen Dunkelziffer und weitaus höheren Fallzahlen auszugehen, so Mirow weiter.

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