Oranienstraße

Gewerbetreibende setzen Zeichen gegen Gentrifizierung

Am Mittwochabend bleiben die Schaufenster der Läden dunkel.

Klara Niederbacher
2 Min
Gewerbetreibende in der Oranienstraße protestieren gegen Verdrängung.

Gewerbetreibende in der Oranienstraße protestieren gegen Verdrängung.

© imago/PEMAX

In Kreuzberg wollen am Mittwochabend Gewerbetreibende ein Zeichen gegen die Gentrifizierung setzen. Unter dem Motto "Verdunkelung statt Festival of Lights" haben die Nachbarschaftsinitiativen Bizim Kiez, Glorreiche Nachbarschaft, Ora35 und zahlreiche Gewerbetreibende beschlossen, die Schaufenster ihrer Geschäfte zwischen 17 und 19 Uhr in der viel besuchten Oraneinstraße zu verdunkeln. 

Mit dieser Protestaktion wollen die Initiatoren aufzeigen, was passieren kann, wenn "der Verdrängungspraxis nicht Einhalt geboten wird". In der Pressemitteilung dazu heißt es: "Seit geraumer Zeit versuchen Investoren und Immobilienbesitzer, aus dem über Jahrzehnte gewachsenen attraktiven Kiez Profit zu schlagen".

Immobilienfonds wie die Deutsche Invest III würden ganze Häuserzeilen aufkaufen und den dort ansässigen Gewerbetreibenden umgehend kündigen. Die Kaltmiete von bis zu 40 Euro pro Quadratmeter könne sich kaum ein Gewerbemieter gegenwärtig oder in naher Zukunft erwirtschaften. "Viele Gewerbemieter bekommen zudem nur noch Einjahresverträge, die eine langfristige Perspektive unmöglich machen", heißt es in der Mitteilung.

Forderungen an den Senat

Um gegen diese drohende Verdrängung der Läden vorzugehen, habe die von Nachbarschaftsinitiativen und Gewerbetreibenden gegründete Initiative Ora35 ein Positionspapier formuliert und dieses an den Senat übermittelt. Die Politik werde damit aufgerufen, endlich wirksame Schritte zum Schutz der Gewerbetreibenden und Mieter zu unternehmen.

Am Mittwochabend sollen im Rahmen der Protestaktion auch Tische und Bänke auf den Bürgersteigen zum Verweilen und Gespräch einladen, kündigen die Initiatoren an. (kln)

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