Giftgas in Syrien: Syrien lässt Giftgas-Untersuchung zu

UN-Inspekteure dürfen ab sofort den mutmaßlichen Giftgaseinsatz in den Vororten von Damaskus untersuchen. Das hat der syrische Machthaber Baschar al-Assad am Sonntag zugestanden. Er gab damit seinen bisherigen Widerstand gegen eine unabhängige Prüfung der Vorgänge auf. Die UN-Fachleute sollen bereits an diesem Montag ihre Ermittlungen im Osten der syrischen Hauptstadt aufnehmen, kündigten die Vereinten Nationen in New York an. UN-Generalsekretär Ban Ki Moon bestätigte, dass die Regierung in Damaskus die nötige Zusammenarbeit zugesagt ...

BLZ
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UN-Inspekteure dürfen ab sofort den mutmaßlichen Giftgaseinsatz in den Vororten von Damaskus untersuchen. Das hat der syrische Machthaber Baschar al-Assad am Sonntag zugestanden. Er gab damit seinen bisherigen Widerstand gegen eine unabhängige Prüfung der Vorgänge auf. Die UN-Fachleute sollen bereits an diesem Montag ihre Ermittlungen im Osten der syrischen Hauptstadt aufnehmen, kündigten die Vereinten Nationen in New York an. UN-Generalsekretär Ban Ki Moon bestätigte, dass die Regierung in Damaskus die nötige Zusammenarbeit zugesagt habe.

Zuvor hatten US-Präsident Barack Obama und der britische Premier David Cameron von mehr und mehr Hinweisen dafür gesprochen, dass es am vergangenen Mittwoch nahe der syrischen Hauptstadt tatsächlich zu einem Einsatz von Giftgas gekommen sei und dass vieles dafür spreche, dass das Regime von Machthaber Assad dafür die Verantwortung trage. Von den Inspektionen versprechen sich die USA wenig, da die syrische Armee mittlerweile viele Belege zerstört habe, sagte ein US-Regierungsvertreter am Sonntag.

Der syrische Präsident widersprach dem C-Waffen-Vorwurf und bezichtigte die Aufständischen, hinter der grausamen Attacke gestanden zu haben. Nach Angaben der Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen, die drei Geheimkrankenhäuser in Damaskus unterstützt, wurden an jenem Tag innerhalb weniger Stunden etwa 3 600 Personen mit typischen Vergiftungssymptomen in Kliniken gebracht. Das Hilfswerk berichtete von 355 Toten, syrische Oppositionsgruppen sprachen von mehr als 1 000 Todesopfern.

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Angesichts dieser Meldungen wies Barack Obama die US-Streitkräfte an, Szenarien für ein mögliches militärisches Eingreifen in Syrien zu entwickeln. Diese Pläne seien dem Präsidenten inzwischen zugestellt worden, sagte US-Verteidigungsminister Chuck Hagel am Sonntag. Auch Großbritannien, Frankreich und die Türkei sprachen sich für eine „ernste Reaktion“ aus, sollte sich bestätigen, dass Assad für den Giftgaseinsatz verantwortlich ist.

Die Bundesregierung verlässt jedoch – mitten im Wahlkampf – die internationale Droh-Allianz. „Wir verfolgen nicht den Weg einer militärischen Lösung“, hob Regierungssprecher Steffen Seibert hervor. „Wir glauben nicht, dass das von außen militärisch zu lösen ist, sondern wir glauben, dass eine politische Lösung in Syrien organisiert werden muss“, sagte der Sprecher von Kanzlerin Angela Merkel (CDU). Unterstützung erhielt Merkel von SPD-Kanzlerkandidat Peer Steinbrück. Er rate gegenwärtig zur Zurückhaltung, was die Diskussion über Militärinterventionen angehe, sagte Steinbrück der Südwest-Presse.

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