Gleichstellungspolitik

Messbarer Fortschritt, mangelndes Ergebnis

Auf Berlins Spitzenpositionen sind Frauen weiter in der Minderheit. Frauenkarrieren gelingen zwar öfter als früher, aber von einer Gleichstellung der Geschlechter im Beruf ist der öffentliche Dienst noch weit entfernt. Vor allem in Schlüsselpositionen.

Jan Thomsen
3 Min
Insbesondere innerhalb des höheren Dienstes kann von einer Chancengleichheit zwischen Männern und Frauen nicht die Rede sein.

Insbesondere innerhalb des höheren Dienstes kann von einer Chancengleichheit zwischen Männern und Frauen nicht die Rede sein.

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So ist zum Beispiel der Anteil von Frauen in besser bezahlten Positionen, also im sogenannten höheren Dienst, klar gestiegen. Waren es im Jahr 2000 nicht einmal die Hälfte (48,4 Prozent), so sind es im Jahr 2012 genau zehn Prozent mehr (58,4) – damit entspricht der Frauenanteil in Spitzenpositionen fast schon dem Frauenanteil an sämtlichen Beschäftigten (59,5 Prozent), der über die Jahre gleichblieb.

Allerdings gibt es innerhalb des höheren Dienstes noch deutliche Unterschiede. „Je weiter es nach oben geht, desto geringer wird der Frauenanteil“, sagte Kolat. In den obersten drei Gehaltsstufen ist nur noch rund jede dritte Stelle mit einer Frau besetzt – in der untersten Stufe (des höheren Dienstes) sind es dagegen zwei von drei.

Das zeigen auch die Zahlen über die Besetzung von Leitungspositionen. Die Senatsverwaltungen sind üblicherweise in Abteilungen gegliedert, diese wiederum in Referate. Inzwischen ist immerhin mehr als jede vierte Abteilungsleitung eine Frau, bis 2008 gab es nicht einmal einen klaren Aufwärtstrend (siehe Grafik unten). Bei den Referatsleitungen ist der Trend dagegen klar. Im Jahr 2000 war nur knapp jede fünfte Stelle mit einer Frau besetzt, jetzt ist es deutlich mehr als jede dritte (38,6 Prozent).

In den Bezirksverwaltungen wiederum gibt es höchst ungleiche Daten. Vorbild für Frauenförderung ist Spandau, wo 75 Prozent der (raren) Spitzenpositionen von Frauen gehalten werden. In Friedrichhain-Kreuzberg, Marzahn-Hellersdorf und Charlottenburg-Wilmersdorf sind es immer noch vorbildliche 50 Prozent. In Neukölln und in Pankow dagegen hat keine einzige Frau ein Spitzenamt inne – null Prozent. Die übrigen sechs Bezirke liegen dazwischen, von knapp 17 Prozent (in Steglitz-Zehlendorf) bis 43 Prozent (in Mitte).

Schlecht sieht es auch immer noch bei den rund 60 Vorständen beziehungsweise Geschäftsführungen von Landesunternehmen aus, an denen Berlin die Mehrheit hält. Nur auf neun Chefsesseln sitzen Frauen (15 Prozent). Deutlich besser ist die Lage bei Aufsichtsratsmandaten des Landes: Sie werden, Stand 2013, wieder zu fast 43 Prozent von Frauen wahrgenommen.

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