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Das Buchen eines Impftermins und die Glücksgefühle danach

Sie hatte mit völlig überlasteten Leitungen gerechnet. Aber schwuppdiwupp bekam unsere Autorin den heiß ersehnten Impftermin: ganz altmodisch am Telefon.

2 Min
Eine Krankenpflegerin zieht eine Spritze auf.

Eine Krankenpflegerin zieht eine Spritze auf.

© AP POOL

Dabei war mir die Pandemie nie nahe gekommen, ich hatte bis jetzt Glück, nur eine Erkrankte gab es im Bekannten- und Freundeskreis, sie überstand es einigermaßen glimpflich. Im Büro, in das ich weiterhin täglich gehe, massenhaft Platz statt der sonst üblichen Käfighaltung. Überhaupt, ich hatte Arbeit, konnte meinen Lebensunterhalt verdienen. Zwei Freundinnen mussten Hartz IV beantragen, weil ihr Dasein als Yogalehrerin und Kosmetikerin sonst nicht gesichert gewesen wäre. Mit der vielen Freizeit ohne Sport und Konzerte wuchsen meine Kochkenntnisse um das Hundertfache, die zwischenmenschlichen Beziehungen verbesserten sich genauso gut, weil man oft zusammen spazieren ging. Kurz vor Pandemiebeginn hatte ich mir – nach Jahren ohne – noch ein TV-Gerät zugelegt, welch weise Entscheidung. Bei Defa-Filmen kenne ich mich jetzt prima aus. „Mir geht es sehr gut“, sagte ich immer, wenn sich jemand nach meinem Befinden erkundigte und ich fühlte mich auch so. Aber jeden Morgen hörte ich die Zahlen der Erkrankten und Toten im Radio, las Texte über Menschen, denen es schlecht ging während der Pandemie. Mein Mitleid war und ist groß.

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