Ölmarkt

Diesel und Benzin: Goldman Sachs rechnet mit hohen Raffineriemargen

Nicht das Rohöl steht im Zentrum der Prognose, sondern die Verarbeitung: Ausfälle am Golf verknappen vor allem die Versorgung mit Kraftstoffen.

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Raffinerieanlagen verarbeiten Rohöl zu Kraftstoffen.

Raffinerieanlagen verarbeiten Rohöl zu Kraftstoffen.

© Jochen Tack/imago

Die US-Investmentbank Goldman Sachs erwartet bis Ende 2026 deutlich erhöhte Gewinnmargen für raffinierte Kraftstoffe. Wie die Nachrichtenagentur Reuters am Montag unter Berufung auf eine Analyse der Bank berichtete, dürften die Aufschläge im weiteren Jahresverlauf zwei- bis dreimal so hoch ausfallen wie im Durchschnitt der Jahre 2013 bis 2019. Hintergrund seien die Lieferunterbrechungen rund um die Straße von Hormus, die den Markt für Kraftstoffe stärker verengt hätten als den Rohölmarkt.

Hohe Aufschläge bei Diesel und Benzin erwartet

Bei Diesel rechnet Goldman Sachs laut Reuters mit Margen, die die Prognosen von vor dem Krieg um 19 bis 26 US-Dollar je Barrel übertreffen. Für das vierte Quartal 2026 erwartet die Bank in den USA Dieselmargen von 50 Dollar und in Europa von 37 Dollar je Barrel. Bei Benzin liegen die Werte bei 22 beziehungsweise 14 Dollar. Für 2027 sieht das Institut die Dieselmargen in den USA bei durchschnittlich 41 Dollar und in der Europäischen Union bei 29 Dollar je Barrel.

Die weltweiten Ausfuhren raffinierter Produkte lagen Goldman Sachs zufolge zuletzt vier Millionen Barrel pro Tag unter dem Vorjahreswert. Als Gründe nannte die Bank ausbleibende Ausfuhren aus der Golfregion und eine geringere Produktion asiatischer Raffinerien. Im Nahen Osten seien rund 2,5 Millionen Barrel pro Tag an Raffineriekapazität kriegsbedingt ausgefallen.

Auch Angriffe auf russische Raffinerien belasteten das System weiter. Die Bestände an Benzin und vor allem Diesel dürften in der ersten Phase einer Wiederöffnung der Straße von Hormus weiter sinken, weil sich die Nachfrage schneller erhole als das Angebot, zitierte Reuters aus der Notiz.

Die US-Energiebehörde EIA geht in ihrem Kurzfristausblick von Mai davon aus, dass Öllieferungen durch die Meerenge voraussichtlich erst später im Jahr 2026 wieder das Niveau von vor dem Konflikt erreichen. Den Preis für die Rohölsorte Brent sieht die Behörde im vierten Quartal 2026 bei durchschnittlich 89 Dollar je Barrel und 2027 bei 79 Dollar.

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