Luftverkehr

Golf-Airlines: Flugbetrieb erreicht 82 Prozent des Vorkriegsniveaus

Nach Monaten mit Luftraumsperrungen und Umleitungen wegen des Iran-Kriegs nähern sich die großen Fluggesellschaften am Persischen Golf wieder dem Regelbetrieb.

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Etihad Airways gehört zu den großen Golf-Airlines, deren Flugaufkommen sich dem Vorkriegsniveau nähert.

Etihad Airways gehört zu den großen Golf-Airlines, deren Flugaufkommen sich dem Vorkriegsniveau nähert.

© Ina Fassbender/AFP

Die großen Fluggesellschaften am Persischen Golf erreichen nach monatelangen Einschränkungen durch den Iran-Krieg wieder rund 82 Prozent ihres Flugvolumens vom Stichtag 27. Februar. Das geht aus Daten des Flugverfolgungsdienstes Flightradar24 hervor, über die die Nachrichtenagentur Reuters am Freitag berichtete. Gulf Air und Kuwait Airways überschritten zuletzt sogar wieder ihr Vorkriegsniveau.

Emirates, Qatar Airways und Etihad, die drei größten Anbieter der Region, liegen laut Flightradar24 bei oder nahe 90 Prozent ihres früheren Flugaufkommens. Etihad und Qatar Airways hätten noch vor rund einem Monat nur 40 bis 50 Prozent erreicht. Die Werte von Air Arabia und Flydubai liegen mit 75 beziehungsweise 57 Prozent niedriger.

Hoffnung auf weitere Erholung nach Waffenruhe

Neue Hoffnung auf weitere Erholung gibt die vorläufige Vereinbarung zwischen den USA und dem Iran, mit der der knapp viermonatige Konflikt beendet werden soll. Ein Ende der Kampfhandlungen würde nach Einschätzung von James Halstead, geschäftsführender Partner bei der Beratung Aviation Strategy, eine vollständige Wiederöffnung des regionalen Luftraums ermöglichen. „Wenn es zur Normalität zurückkehrt, werden sie wieder mit voller Kraft zurückkommen“, sagte Halstead gegenüber Reuters.

Während des Krieges hatten Drohnenangriffe wiederholt Flüge in die Region zu Umleitungen gezwungen. Die Europäische Agentur für Flugsicherheit Easa hält ihre Konfliktzonenwarnung für den Luftraum über Iran, Irak und Libanon bis zum 24. Juni aufrecht. Es sei „zu früh“, um zu beurteilen, ob die beobachtete Deeskalation zu einer nachhaltigen Risikominderung für die Zivilluftfahrt führe, teilte die Behörde Reuters mit. Viele europäische und asiatische Fluggesellschaften haben ihre Flüge in die Region weitgehend ausgesetzt.

Milliardenverluste für die Branche

Die Folgen des Krieges treffen die Luftfahrt weltweit. Der Internationale Luftverkehrsverband Iata hatte Anfang Juni seine Gewinnprognose für 2026 nahezu halbiert. Statt der zuvor erwarteten rund 41 Milliarden US-Dollar rechnet der Verband nun mit einem Nettogewinn von 23 Milliarden Dollar, nach 45 Milliarden im Vorjahr. Iata-Generaldirektor Willie Walsh verwies auf einen Anstieg der Kerosinpreise um rund 70 Prozent sowie auf den nahezu vollständigen Stillstand des Luftraums zu Kriegsbeginn. Die Fluggesellschaften im Nahen Osten werden laut Iata als einzige Region in die Verlustzone rutschen.

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