Analysten hatten schon heftige Bedenken geäußert. Verzettelt sich Google endgültig mit fragwürdigen Projekten? Geht es mit dem Internet-Suchgeschäft zu Ende? Nichts von den pessimistischen Erwartungen ist eingetreten. Im Gegenteil. Der Internetriese Google hat im abgelaufenen Quartal alle Erwartungen übertroffen. Mit umgerechnet 1,677 Milliarden Euro netto verdiente der Konzern in den drei Monaten fast ein Drittel mehr als in der Vorjahreszeit.Der Aktienkurs ging gestern steil in die Höhe. Sind wir zurück gebeamt worden in die Zeiten der Dotcom-Euphorie vor einem Jahrzehnt? Es sieht beinahe so aus. Denn das Gewinnplus konnte Google erzielen, obwohl die Kosten wegen vieler neuer Projekte massiv in die Höhe geschossen sind. Allein im dritten Quartal heuerte der Konzern 1500 Leute an.Das Erstaunliche: Das Unternehmen legte ausgerechnet im klassischen Geschäft mit den Werbe-Links, die bei der Internet-Suche angezeigt werden, massiv zu. Die digitale Ökonomie gehe ihren eigenen Weg, erläuterte Google-Finanzchef Patrick Pichette. Hinter dieser lapidaren Aussage steckt einiges: Übertragungsgeschwindigkeiten wachsen extrem schnell. Das Internet wird für Kommunikation, für Handel und Dienstleistungen immer wichtiger und damit für Werbende attraktiver. Davon profitiert am stärksten der Marktführer im Suchmaschinengeschäft.Doch die Manager wissen auch: Rasantes Wachstum geht einher mit rasantem Wandel. Es wäre für Google der schlimmste Fehler, sich auszuruhen. Deshalb stellt Google-Leute ein, lässt Betriebssysteme für Handys entwickeln - den Zukunftsmarkt für Online-Werbung. Deshalb lässt Google ferngesteuerte Autos bauen. Denn integrierte Systeme, die etwa zur billigsten Tankstelle in der Nähe lotsen, sind das Geschäft von morgen oder übermorgen.------------------------------Grafik: Google, Nettogewinn
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