In Griechenland kämpfen am Sonntag zahlreiche Einsatzkräfte gegen Waldbrände in mehreren Regionen des Landes gekämpft. Am Abend ordneten die Behörden Evakuierungen mehrerer Ortschaften nahe Athen an. Unter anderem ist die Stadt Marathon betroffen. Die Feuerwehr teilte mit, die mehr als 30.000 Einwohner der Stadt seien in die Ortschaft Nea Makri am Meer gebracht worden.
Am Nachmittag hatte die Feuerwehr berichtet, 33 der 40 binnen 24 Stunden ausgebrochenen Brände seien unter Kontrolle gebracht. Feuerwehrsprecher Vassilis Vathrakogiannis sagte vor Journalisten, sieben Brände seien noch nicht unter Kontrolle.
Im Regionalbezirk Ostattika wütete ein Feuer in der Kleinstadt Varnavas. Das Feuer verursachte so viel Rauch, dass die nahegelegene Hauptstadt Athen am Sonntagnachmittag in dichte Rauchschwaden gehüllt war. Vathrakogiannis sagte im griechischen Rundfunk: „Die Flammen steigen mehr als 25 Meter hoch.“
Nach Angaben von Vathrakogiannis waren 250 Einsatzkräfte mit 67 Fahrzeugen, zwölf Löschflugzeugen und sieben Hubschraubern im Einsatz, um die Flammen zu bekämpfen. „Es wird eine lange Nacht werden“, sagte er.
Rauschwaden über Athen
© Derek Gatopoulos(AP
Der Zivilschutz rief die Einwohner der betroffenen Region per SMS auf, ihre Häuser zu verlassen. Der Großbrand tobt rund 30 Kilometer nördlich der Hauptstadt. Einige Menschen erlitten Rauchvergiftungen und wurden in Krankenhäuser gebracht, berichteten griechische Medien.
Unklar war zunächst, wie viele Häuser zerstört oder beschädigt wurden. Fernsehreporter berichteten, dass sie Dutzende lichterloh brennende Häuser gesehen hätten. In einigen Fällen kam es zu Streitigkeiten zwischen Einwohnern und der Polizei. Viele Menschen weigerten sich trotz der sich nähernden Flammen, ihre Häuser zu verlassen und versuchten mit Gartenschläuchen, ihr Hab und Gut zu retten. Touristische Anlagen waren zunächst nicht bedroht, wie es in den Berichten hieß.
Ein Löschhubschrauber fliegt über Varnavas.
© Angelos Tzortzinis/AFP
Ein weiteres Feuer brach am frühen Sonntagnachmittag in Megara in der Region Westattika aus. 48 Feuerwehrleute und mehrere freiwillige Helfer waren mit 13 Fahrzeugen, zwei Flugzeugen und zwei Hubschraubern vor Ort.
In der Region Thessaloniki war ein Brand in der Stadt Lagadas teilweise unter Kontrolle, während 20 Feuerwehrleute, zehn Fahrzeuge und ein Hubschrauber die Flammen bekämpften.
Zivilschutzminister Vassilis Kikilias hatte am Samstag gewarnt, dass die Wetterbedingungen bis zum 15. August Waldbrände begünstigen könnten. Es würden „extrem hohe Temperaturen und gefährliche Wetterbedingungen herrschen“, sagte er bei einer Regierungssitzung. Aufgrund starker Winde und extremer Trockenheit liege „halb Griechenland im roten Bereich“.
Rauch verdunkelt den Himmel über Athen.
© Derek Gatopoulos/AP
Der Forschungsdirektor des Nationalen Observatoriums von Athen, Kostas Lagouvardos, warnte am Sonntagmorgen, dass die Flammen angesichts der derzeitigen Wetterbedingungen schnell außer Kontrolle geraten könnten, wenn nicht rasch genug reagiert werde. Da am Sonntag teilweise Windgeschwindigkeiten von 80 bis 90 Stundenkilometern erreicht würden, sei dies der schwierigste Tag für die Brandbekämpfung.
Griechenland hat nach dem wärmsten jemals aufgezeichneten Winter auch den heißesten Juni und Juli seit Beginn der Temperaturaufzeichnungen im Jahr 1960 erlebt und ist damit extrem anfällig für Waldbrände.
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