Hongkong

Großbrand in Hongkong: Polizei geht von grober Fahrlässigkeit aus – mehrere Festnahmen

Mindestens 55 Menschen starben bei einem Brand in einer Wohnanlage in HongKong, Hunderte werden noch vermisst. Die Polizei nahm drei Mitarbeiter eines Bauunternehmens fest.

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Rauch steigt aus einer Wohnanlage in Hongkong auf.

Rauch steigt aus einer Wohnanlage in Hongkong auf.

© Kyodo News/imago

Nach einem verheerenden Großbrand in einer Wohnanlage in Hongkong haben die Behörden eine Untersuchung aller größerer Baustellen der Metropole angeordnet. Die Regierung habe „unverzüglich Inspektionen aller Wohnsiedlungen in der Stadt angeordnet, in denen größere Reparaturarbeiten durchgeführt werden“, erklärte der Regierungschef der chinesischen Sonderverwaltungszone, John Lee, am Donnerstag im Onlinedienst Facebook.

Am Mittwoch war im nördlichen Stadtteil Tai Po ein Brand ausgebrochen, der sich über Baugerüste aus Bambus ausgebreitet und rasch auf mehrere Hochhäuser übergegriffen hatte. Mindestens 55 Menschen starben laut einem Bericht der South China Morning Post, darunter ein Feuerwehrmann. Etwa 280 Personen gelten als vermisst und 68 Menschen befinden sich in einem Krankenhaus, hieß es.

Verdacht auf fahrlässige Tötung: Drei Personen festgenommen

Eine erste Untersuchung ergab dem Bericht zufolge, dass die Aufzugsfenster mit leicht entzündlichem Styropor verkleidet waren. Dies habe laut Behördenangaben dazu geführt, dass sich das Feuer in den Wohnblöcken schneller ausbreiten konnte. Auch die außerhalb der Gebäude verwendeten Maschennetze und Planen sollen möglicherweise nicht den Brandschutzbestimmungen entsprochen haben.

Die Polizei habe Grund zur Annahme, dass die Verantwortlichen des zuständigen Bauunternehmens „grob fahrlässig gehandelt haben, was zu diesem Unfall geführt und die unkontrollierbare Ausbreitung des Feuers verursacht hat, wodurch es zu zahlreichen Opfern kam“, sagte Eileen Chung, eine Superintendentin der Hongkonger Polizei, laut der Nachrichtenagentur Reuters.

Drei Mitarbeiter des Bauunternehmens, zwei Direktoren und ein beratender Ingenieur, seien wegen des Verdachts auf fahrlässige Tötung im Zusammenhang mit dem Brand festgenommen worden, fügte sie hinzu. Lokalen Medienberichten zufolge durchsuchten Polizeibeamte am Donnerstagmorgen die Räumlichkeiten der Hausverwaltung des Wohnkomplexes und beschlagnahmten Dokumente.

„Die Priorität liegt darin, den Brand zu löschen und die eingeschlossenen Bewohner zu retten“, sagte Hongkongs Regierungschef Lee laut Reuters vor Reportern. „An zweiter Stelle steht die Versorgung der Verletzten. Drittens die Unterstützung und Genesung der Betroffenen. Danach werden wir eine gründliche Untersuchung einleiten.“

Am Donnerstagmorgen gaben die Behörden bekannt, dass die Brände in vier von sieben betroffenen Wohnblöcken gelöscht worden seien. Die Löscharbeiten in den drei weiteren Blöcken dauerten an.

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