STOLPE Die Gemeinde Stolpe-Süd hat sich gegen ein Zusammengehen mit dem eigenständigen Nachbarort Stolpe ausgesprochen. Damit ist die Situation um die Zukunft von Stolpe, das sich einem stärkeren Partner anschließen möchte, noch verworrener geworden.Anfang des Jahres hatten Einwohner von Stolpe der Gemeindevertretung eine Unterschriftenliste übergeben, auf der 136 von 213 wahlberechtigten Bürgern den Anschluß an die Großgemeinde Hohen Neuendorf forderten. Mitunterzeichner waren zum Erstaunen von Bürgermeister Norbert Matthes auch vier der acht Gemeindevertreter. Bis dahin war im Dorfparlament der Anschluß an Stolpe-Süd favorisiert worden. Doch das Erschrecken über die eigene Courage, Stolpes 270 Einwohner der Übermacht in der Großgemeinde Hohen Neuendorf zu unterstellen, sorgte zwei Wochen später für eine Kehrtwendung bei den Abgeordneten. Die vier Abtrünnigen zogen ihre Unterschrift unter der Hohen-Neuendorf-Liste zurück, und sechs der acht Abgeordneten richteten ihren Blick wieder auf den Namensvetter am Ortsende. Schon zur nächsten Kommunalwahl hielt Bürgermeister Matthes ein vereintes Stolpe für denkbar.Doch die umworbene Nachbargemeinde winkt ab. "Wenn sich in Stolpe 65 Prozent der Einwohner für Hohen Neuendorf ausgesprochen haben, dann erübrigt sich jede Diskussion", sagt Johannes Wittchen, Stellvertreter des Bürgermeisters in Stolpe-Süd. Die acht Volksvertreter der Gemeinde und der Bürgermeister haben nach seinen Worten das Ansinnen von Stolpe einstimmig zurückgewiesen. "Wir haben selbst genug Probleme, waren 28 Jahre lang an der Mauer eingekapselt und schlagen uns nun mit Restitutionsansprüchen ehemaliger Besitzer herum", so Wittchen. Rund 250 Grundstücke von 350 seien davon betroffen. Nach Angaben des Vize-Bürgermeisters würden die Bewohner, wenn überhaupt, viel lieber mit Heiligensee zusammengehen.Um ihre Ablehnung gegenüber Stolpe zu bekräftigen, drängt Stolpe-Süd nun verstärkt auch auf die territoriale Abgrenzung. Denn die Verwaltungsgrenzen zwischen den Nachbargemeinden, wie sie seit 40 Jahren bestehen, sind in keinem Kataster erfaßt und verhindern die Planungshoheit auf beiden Seiten. Amtsdirektor Dieter Brömel wurde bereits aufgefordert, beim Verwaltungsgericht eine einstweilige Anordnung zur Festschreibung des Status quo beantragen, der von Stolpe in Zweifel gezogen wird. Nach Auskunft von Brömel soll die Klage übernächste Woche beim Verwaltungsgericht in Potsdam eingereicht werden. Damit soll einer endgültigen gesetzlichen Regelung vorgegriffen werden.Noch nicht vom Tisch ist die Unterschriftenliste, die laut Brömel als Einwohnerantrag zu werten ist, über deren Rechtmäßigkeit vom Amt aber noch nicht entschieden wurde. Sollte der Antrag auf Anschluß an Hohen Neuendorf als rechtens anerkannt werden, muß sich die Gemeindevertretung damit befassen.Womit das ganze Spiel von vorn beginnt. +++
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