POTSDAM. Der Wiederaufbau des Potsdamer Stadtschlosses als moderner Landtagssitz nimmt konkrete Formen an: Im November beginnen Abrissarbeiten am Hochhaus des Mercure-Hotels unweit des Hauptbahnhofes. Der Vorbau mit Parkplatz vor dem heutigen Haupteingang wird abgetragen, sagte Bernd Jaekel vom Sanierungsträger Potsdam am Freitag. Diese Maßnahme gehört zur Baufeldfreimachung für den Landtagsschloss-Neubau. Das neue Landtagsgebäude soll auf dem Alten Markt in den Maßen des einstigen Knobelsdorffschen Stadtschlosses erbaut werden - mit historischer Fassade. Das im Krieg teilweise zerstörte Stadtschloss war 1960 auf Geheiß der DDR-Oberen abgetragen worden.Am 1. Juli 2006 soll das Großprojekt Landtagsschloss dann europaweit ausgeschrieben werden. "Das wird ein kombinierter Architekten- und Investorenwettbewerb", sagte Ingo Decker, Sprecher des Potsdamer Finanzministeriums, am Freitag. Finanzminister Rainer Speer (SPD) will damit einen Privatinvestor gewinnen, der den Landtagsneubau plant, finanziert, baut und 30 Jahre lang betreibt. Der Landtag selbst würde als Mieter einziehen. Die Kosten für den neuen Landtag samt historischer Fassade bezifferte Ministeriumssprecher Decker auf 83,5 Millionen Euro - ohne Tiefgarage. Nach den Plänen des Finanzministeriums soll dann zum 1. Juli 2007 bekannt gegeben werden, welcher Investor den Zuschlag erhält. Mitte 2008 soll mit dem Bau des eigentlichen Landtagsgebäudes begonnen werden.Findet das Land keinen Privatinvestor, werde man halt selbst bauen, erklärte Speer. Geld würde in den nächsten Doppelhaushalt eingestellt. Das Gebäude soll eine Nutzfläche von 15 400 Quadratmetern haben und auch Platz für die Berliner Abgeordneten haben, falls es zu einer Länderfusion kommt. Wahrscheinlich wird ein viertes, zusätzliches Geschoss eingezogen.Die Baufeldfreimachung kostet inklusive der notwendigen Verlegung von zwei Hauptverkehrsstraßen mitsamt Straßenbahn allerdings zusätzlich 32 Millionen Euro, wobei noch unklar ist, wer zwölf Millionen Euro beisteuert. Landesregierung und Stadt streiten derzeit darum, wann das Land das Schlossgrundstück von Potsdam erwirbt. Denn das Land will erst nach Ende der Vorplanungen 2008 kaufen. Potsdam braucht aber bereits jetzt Geld für weitere Bauarbeiten.Schon ab 2006 und 2007 müssen Autofahrer mit Staus im Potsdamer Zentrum rechnen. Dann soll der Knotenpunkt Breite Straße/Ebert-Straße einige Meter nach Westen verlegt werden. "Das machen wir in verschiedenen Abschnitten, damit das Leben hier nicht zum Erliegen kommt", sagte Bernd Jaekel.
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