Das Ensemble der Park Kolonnaden in unmittelbarer Nähe zum Potsdamer Platz geht nun seiner Vollendung entgegen. Es besteht aus fünf Gebäuden, die durch eine Tiefgarage und eine durchgängige Kolonnade verbunden sind. 70 Prozent der insge-samt 7 500 m2 Fläche sollen als Büros, 20 Prozent als Wohnungen und zehn Prozent als Läden und Restaurants genutzt werden. Etwa 50 Prozent der Gesamtfläche sind zurzeit vermietet.An den Entwürfen haben unterschiedlichste Architekten wie Giorgio Grassi, Jürgen Sawade und Diener&Diener gearbeitet. Grassi schafft mit seinem Gesamtkonzept einen Übergang vom gewachsenen Wohnquartier an der Köthener Straße und dem neu entstandenen Stadtviertel am Potsdamer Platz. Der tropfenförmige Kopfbau mit Glasfassade nimmt nach Meinung der Architekten die Architektur des "Hauses Vaterland" wieder auf. Die Bäckerei Feihl und die Vinoteka Italia haben hier im Erdgeschoss bereits geöffnet. Die vier benachbarten Gebäude folgen mit ihren H- und U-förmigen Grundrissen dem Bautyp des "Palais", der im 18. und 19. Jahrhundert oft für öffentliche Bauten verwendet wurde. Die dadurch entstehenden Innenhöfe öffnen sich zu einem Parkstreifen. Haus 1 und Haus 2 sind seit dem Jahr 2000 fertig. Dort zieht die Gewerkschaft ver.di ein. Auch die Cargo Lifter AG belegt über 1 000 m2 Büroräume. Das Haus 3 ist nahezu fertig. Das letzte Gebäude Nr. 5 mit Eigentumswohnungen wird Anfang nächsten Jahres vollendet. Investor ist die A+T Projektentwicklungsgesellschaft. Lenné-Dreieck: Bis zum Jahr 2004 soll das "Beisheim-Center" - das Grundstück hat Otto Beisheim, der Gründer der Metro-Großhandelskette gekauft - als Letztes am Potsdamer Platz fertig bebaut sein. In jenem Jahr will Beisheim am 4. Januar seinen 80. Geburtstag im 19. Geschoss seines Hochhauses am Lenné-Dreieck feiern. Seit drei Monaten besteht dafür und für weitere drei Gebäudekomplexe Baufreiheit, denn die Arbeiten an den 3,5 Kilometern des Nord-Süd-Tunnels vom Gleisdreieck zum Lehrter Bahnhof sind im Rohbau beendet. Für die Hochbauarbeiten werden 20 Monate veranschlagt.Geplant sind für die insgesamt 90 000 Quadratmeter Bruttogeschossfläche zwei Wohnhäuser, ein Fünf- und ein Vier-Sterne-Hotel sowie Bürogebäude. Nach einem Entwurf der Münchener Architekten Hilmer und Sattler wird das Grundstück in vier Blöcke aufgeteilt und weit weniger dicht bebaut, als ursprünglich geplant. Für das 70 m hohe Hochhaus der Delbrück-Bank wurde Ende Oktober Richtfest gefeiert. Es entsteht nach Plänen des Berliner Stararchitekten Kollhoff. Das Gegenüber an der Ebert- und Bellevuestraße, ein rotbraunes Klinkerhochhaus, steht bereits. Gegenüber dem Sony Center planen die Architekten einen vierten Block für Büros. Zentrum des Areals wird ein Rondell, auf das die vier internen Straßen münden. Zum Sony Center hin entsteht ein Park. Auf dem in unmittelbarer Nähe des Potsdamer Platzes gelegenen Leipziger Platz stehen erst vier der insgesamt zwölf geplanten Häuser: das Mosse Palais am Leipziger Platz 15, das Haus der DG Immobilien in der Leipziger Str. 14, das Palais am Bundesrat am Leipziger Platz 11, und das Haus Knaute am Leipziger Platz 10. Bis zum Jahr 2005 soll dieser Platz in seiner historischen Form als Achteck wiedererrichtet sein. Vor wenigen Wochen wurde für das letzte freie Grundstück, auf dem einst das Wertheim-Kaufhaus stand, ein Investor gefunden (s. Computersimulation). Der Leipziger Platz: Auf dem 20 600 m2 großen Gelände sind luxuriöse Geschäfte, Restaurants, Büros und Wohnungen geplant. Das aus elf, bis zu 35 Meter hohen Gebäuden bestehende Ensemble ist als Kontrapunkt zum Potsdamer Platz gedacht. Es wird gemeinsam von der Treuhand Liegenschaftschaftsgesellschaft, der Bauwert Property und der Firma ECE errichtet. Zu den Investoren gehören u. a. Sony, die kanadische Botschaft, der Automobilclub von Deutschland und das Deutsche Reisebüro. Insgesamt sollen am Leipziger und Potsdamer Platz 600 000 Quadratmeter Bürofläche entstehen. Ins Erdgeschoss der Häuser ziehen Restaurants und Läden ein. Darüber sind die Büros geplant. In den oberen Geschossen liegen die zwischen 70 und 300 m2 großen Wohnungen. Neue Passagen: Eine Passage ist vom Leipziger Platz in Richtung Wilhelmstraße geplant. Eine "Promenade am Bundesrat" wird von der Voßstraße bis zur Leipziger Straße, Höhe Bundesrat, gebaut. Den städtebaulichen Gesamtplan haben die Architekten Nietz, Prasch, Sigl, Tchoban und Voss entworfen. Die drei das Stadtbild prägenden Gebäude am Leipziger Platz entstehen nach Entwürfen der Architekten Graetz/Jordi/Nöfer, Hilmer/Sattler/Albrecht sowie Ortner und Ortner. Die eigentlichen Arbeiten für das neue Stadtquartier sollen im Jahr 2003 starten. Baustart ist aber erst, wenn wenigstens 50 Prozent der Flächen vermarktet worden sind. (AG)CLARA STADTGRAF Die Park-Kolonnaden schaffen einen Übergang vom Potsdamer Platz zur Köthener Straße. Der tropfenförmige Kopfbau mit Glasfassade nimmt die Architektur des "Hauses Vaterland", das einst dort stand, wieder auf.BAUWERT/GÜNTER SCHEIDER Die Computersimulation zeigt den Leipziger Platz, wie er Ende 2005 aussehen soll. Er entsteht wie vor dem Krieg als Oktogon, als Achteck. Vorne im Bild die Hochhäuser am Potsdamer Platz.BERLINER ZEITUNG/KATRIN BORN Die neue City in Berlins Mitte.
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