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Extremismus

Gruppe um Lina E.: Mutmaßlicher Rädelsführer in Thüringen festgenommen

Nach ihm war jahrelang gefahndet worden: Der mutmaßliche Kopf der Gruppe um Lina E. aus der linksextremen Szene in Leipzig wurde jetzt in Thüringen festgenommen.

Team News dpa/AFP/BLZ
3 Min
In Sachsen hatte die linksextremistische Gruppe um Lina E. für großes Aufsehen gesorgt.

In Sachsen hatte die linksextremistische Gruppe um Lina E. für großes Aufsehen gesorgt.

© Jan Woitas/dpa

Der seit Jahren gesuchte mutmaßliche Linksextremist Johann G. ist festgenommen worden. Ein mobiles Einsatzkommando der sächsischen Polizei fasste ihn in einem Zug in Thüringen, wie Ermittlerkreise der Nachrichtenagentur AFP am Freitag bestätigten. Johann G. wird der Leipziger Gruppe um die bereits verurteilte Studentin Lina E. zugerechnet. Der Mann gilt als Kopf der Gruppe um die Berlinerin Lina E. Bei der Festnahme handelt es sich nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur nicht um einen Zufallstreffer. Vielmehr waren ihm Fahnder schon eine Weile auf der Spur.

Nach dem inzwischen 31-Jährigen war bereits öffentlich gefahndet worden. Auf Hinweise zu seiner Ergreifung waren 10.000 Euro Belohnung ausgesetzt. Er gilt nach Angaben des Generalbundesanwalts und des LKA Sachsen als dringend verdächtig, sich als Mitglied einer kriminellen Vereinigung an mehreren politisch motivierten körperlichen Übergriffen beteiligt zu haben. Die Opfer erlitten den Angaben nach zum Teil erhebliche Verletzungen.

Haftbefehl besteht bereits seit 2021

Der Haftbefehl gegen Johann G., der spätestens seit Sommer 2020 untergetaucht war, datiert vom 26. März 2021. Die Ermittler waren nach früheren Angaben des sächsischen Landeskriminalamtes „ziemlich sicher“, dass er auch an Attacken auf mutmaßliche Anhänger der rechtsextremen Szene in Ungarns Hauptstadt Budapest im Februar 2023 beteiligt war.

Das Oberlandesgericht Dresden (OLG) hatte Lina E. im Mai 2023 wegen mehrerer Angriffe auf Rechtsextreme zu fünf Jahren und drei Monaten Haft verurteilt. Trotzdem kam sie nach zweieinhalb Jahren in Untersuchungshaft zunächst frei. Der Haftbefehl wurde unter Auflagen außer Vollzug gesetzt. Die Reststrafe muss sie erst verbüßen, falls das Urteil rechtskräftig ist.

Für ihre drei Mitangeklagten verhängte die Staatsschutzkammer des OLG Freiheitsstrafen zwischen zweieinhalb Jahren und drei Jahren und drei Monaten. Der Generalbundesanwalt warf ihnen vor, zwischen 2018 und 2020 tatsächliche oder vermeintliche Anhänger der rechten Szene in Leipzig, Wurzen und Eisenach brutal zusammengeschlagen zu haben. In dem Prozess fiel immer wieder auch der Name des jetzt gefassten Tatverdächtigen.

Ende Oktober hatte das Landeskriminalamt einen weiteren mutmaßlichen Linksextremisten festgenommen, der der Gruppe um Lina E. angehören soll. Der 48-jährige Thomas J. war mehr als ein Jahr gesucht worden.

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