Es gab zahlreiche Souvenirs und Devotionalien von Hertha BSC am Rande der Mitgliederversammlung zu erwerben. An einem Stand in der Messehalle 18 konnte man vom Schokoladen-Weihnachtsmann in Blau-Weiß bis zum Hertha-Hörbuch alles kaufen. Doch die wohl wertvollste Hertha-Utensilie hatte der neue Aufsichtsratschef Torsten-Jörn Klein mitgebracht. In seiner ersten Rede als neuer Chef des Kontrollgremiums erzählte er anschaulich, wie er, der aus Ostberlin stammt, zum Herthaner geworden ist. Seine Familie habe ihm im zarten Alter von neun Jahren einfach eine blau-weiße Pudelmütze mit dem Schriftzug Hertha BSC aufgesetzt. Diese Mütze hatte Klein in der Messehalle dabei und zeigte sie dem Auditorium. Ein durchaus wertvolles Stück, an dem sicher viele Erinnerungen hängen.
Sein erstes Stadionerlebnis mit einer Hertha-Mannschaft hatte Klein im März 1979, als Hertha im Uefa-Cup in Prag bei Dukla mit 2:1 gewann. Unter den 30 000 Zuschauern war auch Torsten-Jörn Klein. Der sah die Tore durch Nehoda (Prag) und Agerbeck sowie Milewski für Hertha BSC.
Ha-Ho-He
Michael Jahn war über zwanzig Jahre als Hertha-Reporter der Berliner Zeitung am Ball. Noch immer verfolgt er genau den Weg des populärsten Berliner Fußballvereins. Jede Woche widmet sich Jahn an dieser Stelle in seiner Kolumne Ha-Ho-He den Ereignissen rund um den Ball.
Donnernder Applaus
Der Aufsichtsratschef war dann der erste Redner des Abends, der eindringlich einen Dialog zwischen der Geschäftsführung und den Hertha-Fans forderte. Das war das bestimmende Thema der Versammlung. „Wir müssen wieder vernünftig miteinander reden“, so Klein, „wir sind eine Familie. Wir müssen auf Augenhöhe sprechen. Nur als Einheit sind wir stark!“
Viel Beifall war Klein sicher. Nimmt man die Lautstärke und Intensität des Beifalls der über 1.200 Vereinsmitglieder, lag der Aufsichtsratschef in der Spitzengruppe der Redner.
Auch Wilhelm Hennig, der für den Ältestenrat sprach, bekam donnernden Applaus. Der Ältestenrat als „Langzeitgedächtnis des Vereins“, so Hennig, habe sich intensiv mit den Fans und der Vereinsspitze unterhalten, auch mit dem umstrittenen Paul Keuter, der für die Digitalisierung um den Verein zuständig ist. „Miteinander reden“, so Hennig, „das ist entscheidend.“ Die Oldies um Hennig und Bernd Sobeck haben es vorgemacht. Unauffällig, sachlich und intensiv. So bekommt der Ältestenrat tatsächlich eine neue Bedeutung. Hut ab!
Wichtig für den Berliner Anhang war es auch, dass Manager Michael Preetz Selbstkritik übte und Fehler zugab im Umgang mit einigen Fangruppen und im Streit um die Vereinshymne „Nur nach Hause".
Jedenfalls war eines an diesem recht ruhigen Abend auffällig: Der Wille, die über zweijährige Eiszeit zwischen Fans und Klubspitze zu beenden, war von allen Seiten vorhanden. Dafür gibt es kräftigen Beifall auch von mir.
Hahohe
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