Ein aktueller Fall zeigt jedoch, dass das auch daneben gehen kann und die Kinder alles andere als sicher sind. In den USA hat sich ein Fremder in das System einer Überwachungskamera eingehackt und sogar zu dem Kind gesprochen.
Überwachungskamera im Kinderzimmer gehackt
Mutter Ashley LeMay arbeitet in der Stadt Memphis im US-Staat Tennessee nachts als Krankenschwester. Mit einer Kinderzimmer-Überwachungskamera wollte sie regelmäßig einen Blick auf ihre beiden Töchter werfen. Über eine App haben Eltern die Möglichkeit, das Zimmer ihrer Kinder als Videostream von unterwegs zu beobachten. Über ein Mikrofon, das zuvor im Kinderzimmer installiert werden muss, können Eltern außerdem mit ihren Kindern kommunizieren.
Doch das Überwachungssystem scheint anfällig für Hacker-Angriffe zu sein. Im Kinderzimmer der Töchter wurde es von einem Fremden gehackt. Der Mann sprach plötzlich mit ruhiger Stimme mit dem Mädchen und sagte: „Ich bin dein bester Freund, ich bin der Weihnachtsmann. Willst du nicht mit deinem besten Freund spielen?“
„Erst dachte ich, meine Schwester höre laut Musik“
Die achtjährige Alyssa reagierte auf die Stimme des Fremden schockiert. Das Mädchen erzählte dem US-Sender „WMC5“ vom Hackerangriff in ihrem Kinderzimmer. „Erst dachte ich, meine Schwester höre laut Musik, denn es klang wie ein bekanntes Lied. Es war aber niemand im Zimmer, also fragte ich in den Raum, wer da sei.“
Die Achtjährige hatte ihrer Mutter nicht sofort von der gruseligen Situation erzählt. Als Ashley LeMay davon erfuhr und sich daraufhin das Videomaterial anschaute, traute sie ihren Ohren nicht. Denn tatsächlich hörte sie erst das Lied mit der Textzeile: „Tiptoe through the window“ und dann die Stimme eines fremden Mannes. „Ich fiel aus allen Wolken“, so die Krankenschwester gegenüber dem TV-Sender.
Bei Twitter ist nachzulesen, dass der Hackerangriff auf das Kinderzimmer in Memphis kein unheimlicher Einzelfall ist.
Weitere Nutzer berichten von ähnlichen Vorfällen
Mehrere Nutzer der Kamera aus den USA berichten in den sozialen Medien von ähnlichen Erlebnissen, immer mit derselben Überwachungskamera. Eine Frau veröffentlichte auf Twitter das Video aus der Kamera einer Freundin. Auf der Aufnahme spricht eine Männerstimme zu der Freundin, die zu diesem Zeitpunkt schlafend im Bett liegt. „Wach auf, ich kann dich in deinem Bett sehen, wach verdammt nochmal auf!“
Unternehmen schließt Sicherheitslücke aus
Das Unternehmen „Ring“, das die Kameras herstellt und verkauft, überprüft gerade die vielen gemeldeten Vorfälle. Doch gegenüber dem Online-Magazin „The Cut“ sagte ein Sprecher der Firma: „Wir können bereits sagen, dass das nichts mit einer Sicherheitslücke bei Ring zu tun hat.“
Stattdessen sollten Nutzer häufiger ihre Passwörter wechseln und bei anderen Geräten und Abonnements nicht die gleichen Zugangsdaten benutzen, um Hackern die Angriffe zu erschweren. Ob diese Maßnahmen ausreichen werden, um zukünftige Hacker-Angriffe zu verhindern, ist nicht geklärt.
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