Ukraine-Krieg

Chefankläger zu Putin: „Keine Verjährungsfrist für Kriegsverbrechen“

Am Freitag wurde Haftbefehl gegen den russischen Präsidenten wegen mutmaßlicher Kriegsverbrechen in der Ukraine erlassen. Der Kreml gibt sich gelassen.

Team News dpa/Eva Maria Braungart
2 Min
Russlands Präsident Wladimir Putin.

Russlands Präsident Wladimir Putin.

© Mikhail Metzel/Pool Sputnik Kremlin/AP

Der Haftbefehl des Internationalen Strafgerichtshofs gegen den russischen Präsidenten Wladimir Putin bleibt nach Angaben von Chefankläger Karim Khan auch nach einem Ende des russischen Kriegs gegen die Ukraine gültig. „Es gibt keine Verjährungsfrist für Kriegsverbrechen“, sagte Khan am Montag dem Sender BBC Radio 4. Das sei einer der Grundsätze des Kriegsverbrechertribunals von Nürnberg nach dem Zweiten Weltkrieg. „Einzelpersonen – wo immer sie sich auf der Welt befinden – müssen erkennen, dass es das Gesetz gibt und dass mit Autorität Verantwortung einhergeht“, sagte der Brite.

Die Haftbefehle würden Putin und die russische Beauftragte für Kinderrechte, Maria Lwowa-Belowa, für den Rest ihres Lebens anhängen, betonte Khan. „Es sei denn, sie stellen sich den unabhängigen Richtern des Gerichts, und die Richter entscheiden in der Sache, einen Fall abzuweisen – aber ansonsten: absolut, ja“, sagte er auf eine entsprechende Frage.

Russland erkennt Internationalen Strafgerichtshof nicht an

Der Internationale Strafgerichtshof hatte am Freitag auf Antrag Khans wegen mutmaßlicher Kriegsverbrechen in der Ukraine Haftbefehl gegen Putin und Lwowa-Belowa erlassen. Sie seien mutmaßlich verantwortlich für die Deportation ukrainischer Kinder aus besetzten Gebieten nach Russland. Die Haftbefehle haben vor allem eine symbolische Bedeutung, ein Prozess scheint derzeit ausgeschlossen.

Der Kreml sieht die Entscheidung als „unbedeutend“ an, denn Russland erkennt den Internationalen Strafgerichtshof nicht an. „Entsprechend sind Entscheidungen dieser Art für Russland vom rechtlichen Standpunkt unbedeutend,“ so Sprecher Dmitri Peskow am Freitag. 

Der britische Jurist Geoffey Nice, Chefankläger des früheren serbischen Staatschefs Slobodan Milosevic in Den Haag, sagte, mit dem Haftbefehl sei Putin als gesuchter Verbrecher abgestempelt. „Das Etikett wird sein Leben lang haften bleiben, es sei denn, er wird vor Gericht gestellt und freigesprochen oder, fast unvorstellbar, der Internationale Strafgerichtshof zieht den Haftbefehl zurück“, sagte Nice dem Sender Sky News. Der Haftbefehl sei ein „sehr, sehr wichtiger und sehr willkommener Schritt“.

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