Die israelische Armee (IDF) hat zwei Soldaten zu jeweils 30 Tagen Militärhaft verurteilt und vom Kampfdienst suspendiert, nachdem sie eine Christus-Figur im südlibanesischen Dorf Debel beschädigt hatten. Wie die IDF auf der Plattform X mitteilte, hatte ein Soldat das christliche Symbol zerstört, während ein zweiter den Vorgang fotografierte. Sechs weitere anwesende Soldaten griffen weder ein noch meldeten sie den Vorfall.
Laut der internen Untersuchung der IDF widerspricht das Verhalten der Soldaten klar den Befehlen und Werten der Armee. Der Generalstabschef bezeichnete den Vorgang als „moralisches Versagen“, das die Standards der Streitkräfte deutlich unterschreite. Die sechs Mitwisser sollen zu Klärungsgesprächen einbestellt werden, weitere disziplinarische Schritte seien möglich, so die IDF.
Wie CNN berichtet, war am Sonntag ein Foto in sozialen Netzwerken aufgetaucht, das einen israelischen Soldaten zeigt, der mit einem hammer- oder axtartigen Werkzeug auf den Kopf einer vom Kreuz gelösten Jesus-Figur einschlägt. Der Vorfall ereignete sich in dem mehrheitlich christlichen Ort Debel. Maroun Nassif, stellvertretender Bürgermeister der Gemeinde, sprach gegenüber CNN von einem „Angriff auf unsere heiligen Überzeugungen“.
IDF: Zerstörte Figur bereits ersetzt
Ministerpräsident Benjamin Netanjahu erklärte laut CNN am Montag, er sei „fassungslos und betrübt“ und verurteile die Tat „auf das Schärfste“. Die IDF betonte, ihre Operationen im Libanon richteten sich ausschließlich gegen die Hisbollah und andere terroristische Gruppen, nicht gegen die libanesische Zivilbevölkerung.
Nach Angaben der IDF wurde die zerstörte Figur am Dienstag in Abstimmung mit der Gemeinde Debel durch eine neue, offenbar aus Metall gefertigte Statue auf einem neuen Kreuz ersetzt. Vorschriften zum Umgang mit religiösen Einrichtungen und Symbolen seien den Truppen vor dem Einsatz erläutert worden und würden nun erneut eingeschärft, teilte die Armee mit.
Wadih El Khazen, früherer libanesischer Tourismusminister und maronitisch-christlicher Politiker, forderte laut der staatlichen Nachrichtenagentur NNA „internationales Handeln, um die Rechenschaftspflicht aller Täter solcher Verbrechen sicherzustellen“. Wie CNN berichtet, liegt Debel rund sechs Kilometer westlich von Bint Jbeil und gehört zu den 55 libanesischen Ortschaften in einem von israelischen Truppen besetzten Gebiet im Südlibanon, in dem die IDF nach eigenen Angaben Hisbollah-Stellungen ausschalten will.
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