Ich erschrak, als ich das erste große Hakenkreuz sah. Es lag unter einer Deutschlandfahne, zeichnete sich aber deutlich unter dem Schwarz-Rot-Gold ab. Dann tauchte das zweite auf, es schwamm auf einem Glas Champagner. Über dem ersten Hakenkreuz stand: „75 Jahre Bundesrepublik: Nichts gelernt?“ Unter dem zweiten stand: „Die Champagner-Nazis“, in Schwarz-Weiß-Rot, den Farben der Reichskriegsflagge.
Die Hakenkreuze kamen aus Hamburg. Aus hellen, teuren Büros in der Hafencity. Dort sitzen die Redaktionen von Spiegel und Stern, den beiden großen deutschen Magazinen, die sich Hakenkreuz-Titel ausgedacht haben. Vor zwei Wochen und in dieser Woche. Im Mai 2024, in dem Deutschland, ja, was eigentlich? Kurz vor dem Faschismus steht?
Nach Sylt-Skandal
Die gefährliche Inflation der Hakenkreuze - auf deutschen Zeitschriften
Vor zwei Wochen hatte das Magazin Spiegel ein Hakenkreuz auf dem Titel, in dieser Woche zieht der Stern nach, wegen Sylt. Was soll das? Eine Kolumne.
Wiebke Hollersen
4 Min
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Titelbilder von Spiegel (18. Mai) und Stern (29. Mai)