Zum Jahreswechsel hat die radikalislamische Hamas aus dem Gazastreifen Raketen auf den Süden Israels und die Stadt Tel Aviv abgefeuert. Die Angriffe begannen am Sonntag exakt um Mitternacht (Ortszeit, 22 Uhr MEZ), wie Journalisten der Nachrichtenagentur AFP berichteten. Das israelische Militär bestätigte den Beschuss, machte zunächst aber keine Angaben zu Opfern und Schäden.
In Tel Aviv wurden die Raketen den AFP-Journalisten zufolge vom Flugabwehrsystem abgefangen. Viele der Menschen, die sich für Silvesterfeiern auf den Straßen versammelt hatten, versuchten, sich in Sicherheit zu bringen. „Es war schrecklich. Verrückt, dass wir noch am Leben sind“, sagte der 26-jährige Gabriel Zemelman, der mit Freunden in einer Bar in Tel Aviv gefeiert hatte, gegenüber AFP.
Raketenhagel zu Silvester: Hamas bekennt sich zu Anschlägen auf Israel
Der militärische Flügel der Hamas, die Essedin al-Kassam-Brigaden, bekannte sich in einem Video in den sozialen Medien zu den beiden Anschlägen. Die Palästinenserorganisation erklärte, sie habe M90-Raketen als „Antwort auf die von Israel verübten Massaker an Zivilisten“ eingesetzt. Die Hamas habe beschlossen, „das Jahr 2024 mit einem Raketenhagel auf Israel zu beginnen“, hieß es weiter.
Israel und die Hamas befinden sich seit fast drei Monaten im Krieg. Am 7. Oktober waren hunderte Kämpfer der von den USA und der EU als Terrororganisation eingestuften Hamas nach Israel eingedrungen und hatten Gräueltaten überwiegend an Zivilisten verübt. Nach israelischen Angaben wurden etwa 1140 Menschen getötet und rund 250 weitere als Geiseln in den Gazastreifen verschleppt, von denen sich 129 noch in der Gewalt der Hamas befinden sollen.
Israel bombardiert seither Ziele im Gazastreifen und begann eine Bodenoffensive. Laut Angaben der von der Hamas kontrollierten Gesundheitsbehörde, die sich nicht unabhängig überprüfen lassen, wurden seit Kriegsbeginn im Gazastreifen mindestens 21.822 Menschen getötet, darunter vor allem Frauen und Kinder.
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