Knapp fünf Monate nach dem gewaltsamen Tod einer Berliner Abiturientin beginnt der Prozess gegen ihren mutmaßlichen Mörder am 12. November am Landgericht in der Hauptstadt. Dem 31-Jährigen werde heimtückischer Mord zur Verdeckung einer versuchten Vergewaltigung vorgeworfen, sagte Gerichtssprecher Tobias Kaehne am Mittwoch.
Die 18-jährige Hanna aus Berlin-Kaulsdorf wurde laut Anklage auf dem Heimweg von einer Party verfolgt, angegriffen und ganz in der Nähe ihres Elternhauses erwürgt. Die Leiche der jungen Frau war am Morgen des 16. Mai in einem Gebüsch nahe dem S- und U-Bahnhof Wuhletal entdeckt worden. Sie lag neben dem Verbindungsweg zu einer Wohnsiedlung. Noch heute erinnern Kerzen und Blumen an den Ort des Verbrechens.
Gymnasiastin verfolgt
Der Verdächtige ohne Beruf und Arbeit aus dem Stadtteil Lichtenberg hatte sich wenige Tage nach der Tat gestellt. Er hatte sich laut Polizei auf Bildern aus Überwachungskameras wiedererkannt, die die Ermittler veröffentlicht hatten. Darauf war zu sehen, dass ein Mann in dieselbe U-Bahn an der Station Frankfurter Allee stieg wie Hanna und sich auffällig für sie interessierte.
Die Ermittler gingen davon aus, dass der damals 30-Jährige der Gymnasiastin folgte, als sie ausstieg. Der Verdächtige soll den Hals der Abiturientin umklammert haben. Er habe gewaltsam Sex erzwingen wollen. Dies sei gescheitert, weil sich die Schülerin wehrte. Als sie schrie, soll der Mann sie erwürgt haben.
In Vernehmungen habe der Angeklagte die Tat gestanden, hieß es in Justizkreisen. Der nicht Vorbestrafte soll aus sozial schwierigen Verhältnissen stammen und viel Zeit am Computer mit Gewaltspielen sowie Pornografie verbracht haben.
Der gewaltsame Tod von Hanna hatte große Bestürzung und eine Welle der Anteilnahme ausgelöst. Hunderte Menschen folgten dem Trauerzug, als die Schülerin beigesetzt wurde. (dpa)
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