Es gibt Erfindungen, die die Welt nicht braucht. Aber ganz offenbar brauchen viele Berliner HappyPo. Denn das gleichnamige Start-up kann den Erfolg seines kuriosen Crowdfunding-Projekts verkünden: Unterstützer überwiesen mehr als 20.000 Euro, damit das erste tragbare Bidet schon bald auf den Markt kommt.
Unter dem Motto „Die kleine Dusche für großartige Hintern“ wollen die Kreuzberger Unternehmer Oliver Elsoud und Frank Schmischke nicht weniger als den Toilettengang revolutionieren. Papierlos soll er künftig sein, und sauberer enden als je zuvor.
Die HappyPo-Flasche soll dafür sorgen, dass weniger Klopapier verbraucht wird.
© HappyPo
Die eigens dafür entwickelte Plaste-Flasche HappyPo kommt komplett ohne Elektronik aus. Der Wasserdruck entsteht durch das Pressen der Flasche, aus kleinen Düsen ganz oben an der Apparatur spritzt dann das Wasser heraus. Angeblich ist danach nur noch dezentes Abtupfen nötig, damit die völlige Reinheit wiederhergestellt ist.
Man kann diese Erfindung natürlich für ein sinnlosen Gag halten, aber die Start-up-Unternehmer meinen es wirklich ernst. Zumindest behaupten sie das. Ihre Argumentation: Studien des Bidet-Herstellers Geberit von 2008 und 2011 zeigten auf, dass sich viele Menschen nach der herkömmlichen Reinigung mit Papier nicht richtig sauber fühlen.
Gegen die Papierverschwendung
In asiatischen Ländern sind entsprechende Spülvorrichtungen auf der Toilette Standard - in Deutschland nicht, weshalb hier laut Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) jeder vierte Haushalt zusätzlich zu feuchtem Toilettenpapier freift.
Die Folge: Wegen heruntergespülter Feuchttücher beklagen mehr als 80 Prozent der Abwasserentsorger zunehmende „Faserstoffprobleme“. Die Schäden in Millionenhöhe addieren sich zu den 2,5 Milliarden Rollen Toilettenpapier jährlich, die ohnehin in Deutschland verbraucht und heruntergespült werden.
Ideal für Festivals
Die HappyPo-Flasche aus recycelbarem Plastik hat ein Fassungsvermögen von 315 Millilitern, wird mit Wandhalterung geliefert und soll zunächst 24,90 Euro kosten. Eine Vorbestellung des noch nicht erhältlichen Produkts ist bei „Happy Po“ im Internet möglich.
Die Auslieferung erfolgt voraussichtlich ab 31. August dieses Jahres - also pünktlich zur sommerlichen Festivalsaison, wo sich die reinigende Dusche angesichts von Dixi-Klos ohne Klopapier als besonders praktisch erweisen dürfte.
Dieses vielseitige Problem soll nun die Po-Dusche lösen: Sie verschaffe die gewünschte Frische mit einen reinen Wasserstrahl, mache Toilettenfeuchttücher unnötig, helfe den Toilettenpapierverbrauch zu reduzieren und mache Menschen mit Hämorrhoiden eine sanftere Reinigung möglich, wie sie sonst nur mit einem Bidet möglich ist, versprechen die Hersteller.
Man darf gespannt sein, ob die Konsumenten dann wirklich zur Po-Flasche greifen werden. Oder ob ihnen diese Weltrevolution der Gesäßreinigung doch irgendwie zu „popolistisch“ ist.
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