Baderegeln

Heidebad in Halle-Neustadt: Wer kein Deutsch spricht, muss draußen bleiben

Auslöser war die Rettung eines Kleinkindes aus bis zu 13 Meter tiefem Wasser. Der Geschäftsführer nimmt auch Kritik in Kauf.

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Am Wochenende musste im Heidebad ein Kleinkind gerettet werden.

Am Wochenende musste im Heidebad ein Kleinkind gerettet werden.

© Heiko Rebsch/dpa

Das Heidebad in Halle in Sachsen-Anhalt hat den Einlass für Menschen ohne ausreichende Deutschkenntnisse gestoppt. „Wir müssen uns sicher sein, dass die Besucherinnen und Besucher unsere Baderegeln verstehen und so konsequent sein, um die Sicherheit der Badegäste gewährleisten zu können“, sagte der Geschäftsführer des Bades, Mathias Nobel. Fielen am Eingang Verständnisprobleme auf, werde im Einzelfall entschieden.

Seit Einführung der Regel vor wenigen Tagen seien vereinzelt Menschen nicht eingelassen worden. Für seine Entscheidung sei er auch kritisiert worden, sagte Nobel. „Wir bleiben da aber konsequent.“

In den Kommentaren unter dem Instagram-Post des Schwimmbades äußern sich User auch kritisch zu der Regelung: „Die ausländischen Mitarbeitenden die die Sanitäranlagen reinigen, dürfen dann aber noch rein, oder?“, schreibt etwa eine Frau und fragt, ob Touristen nun Deutsch lernen müssten um das Bad besuchen zu dürfen.

Kleinkind aus tiefem Wasser gerettet

Anlass für die neue Regelung war nach Angaben des Geschäftsführers ein Vorfall vom vergangenen Wochenende. Nobel – selbst Rettungsschwimmer – musste demnach ein Kleinkind aus dem Wasser retten, das sich in zu tiefem Wasser befand. „Unser See ist zum Teil 13 Meter tief. Das ist einfach gefährlich.“

An heißen Tagen sei am Einlass so viel los, dass ergänzend zu den Hinweisschildern im Bad eine neue Regelung nötig gewesen sei. Vor allem Kinder müssten verstehen, wie sie sich am Wasser zu verhalten hätten, und in Aufsicht von Personen sein, die ebenfalls wüssten, wie sie zu handeln hätten. Außerdem müssten die Gäste von den Rettungsschwimmern angesprochen werden können. Komme eine Gruppe, in der niemand ausreichend Deutsch verstehe, kämen bei ihm und seinem Team Bedenken auf. Das Heidebad liegt im Stadtteil Neustadt, dem Stadtteil mit dem höchsten Ausländeranteil der Stadt.

Entlastung für die Bademeister

Mit der neuen Regelung wolle er auch sein Personal entlasten, sagte Nobel. In der Vergangenheit habe es Diskussionen gegeben, weil Bademeister nicht dazu bereit gewesen seien, die Schwimmregeln einzeln in ein Übersetzungsprogramm zu sprechen. „Mein Personal ist so schon an der Grenze.“

Anders wird das Thema in Jena gehandhabt. „Die Jenaer Bäder stehen grundsätzlich allen Gästen offen“, teilte eine Sprecherin der Stadtwerke mit, die in Jena mehrere Bäder und einen Badesee betreiben. „Ein Zutrittsverbot oder ein Verweis aus dem Bad erfolgt ausschließlich bei Verstößen gegen die Haus- und Badeordnung. Herkunft, Nationalität oder Sprache spielen dabei keine Rolle.“

Überlegungen, eine vergleichbare Regelung wie in Halle einzuführen, gebe es nicht, sagte die Sprecherin. Bisher seien in Jena keine Fälle bekannt, in denen mangelnde Deutschkenntnisse zu gefährlichen Situationen im Badebetrieb geführt hätten. (mit dpa)

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