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Heino wettert gegen das Gendern: Sat.1 verteidigt Sänger, löscht aber Posting

Der Schlagersänger interpretiert auf seinem neuen Album den umstrittenen Partysong „Layla“ und lässt es auch bei einem Fernsehauftritt ordentlich krachen.

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Hat eine neues Album und sorgt für die nötige Aufmerksamkeit: Heino 

Hat eine neues Album und sorgt für die nötige Aufmerksamkeit: Heino 

© Berliner Zeitung/Markus Wächter

Er war beim „Sat.1 Frühstücksfernsehen“, lässt Schlagersänger Heino seine Fans auf Facebook wissen. „Es war wie immer sehr nett“, so die Bilanz des 84-Jährigen. Nun, das scheint etwas schönmalerisch zu sein angesichts der Reaktionen, die der Auftritt des Volksliedbarden ausgelöst hat.

Moderator Matthias Killing hatte seinen Studiogast gefragt: „Wie stehst du zum Gendern?“ Heino ließ sich nicht lang bitten und wetterte los, vom Gendern halte er grundsätzlich gar nichts: „Leute, die so etwas wollen, denen hat man ins Gehirn geschissen. So wie wir im Rheinland sagen würden. Ich stehe da gar nicht dahinter.“

Einmal in Fahrt, betonte der Sänger, er werde weiter von der schwarzen Haselnuss und „Lustig ist das Zigeunerleben“ singen. „Da lass ich mich von keinem Menschen abbringen. Das ist ein Stück Kulturgut. Das habe ich in den Sechzigerjahren, in der Blütezeit des Beats, wieder populär gemacht. Und das soll auch so bleiben, wie es ist.“

Heino war in die Sendung gekommen, um sein neues Album „Lieder meiner Heimat“ vorzustellen. Darauf interpretiert er Ballermann-Hits wie „Geh mal Bier holen“, „Zehn nackte Friseusen“, „Dicht im Flieger“ oder „Layla“, jene umstrittene Feierhymne, die kurz nach Erreichen der Chartspitze in Deutschland eine Kontroverse um Sexismus auslöste. Das war allerdings schon im Sommer 2022 und es darf bezweifelt werden, dass Heinos Neu-Interpretation hohe Wellen schlägt. Also muss es wohl ein kontroverser TV-Auftritt sein.

Die Rechnung scheint, zumindest aufmerksamkeitsökonomisch betrachtet, aufzugehen. Von seinen Fans bekommt Heino Zuspruch: „Respekt und danke für Deine berechtigte Kritik zum Gendern“, heißt es da. Aber erwartungsgemäß überschlagen sich auch die Kritiker des Barden. „Alte weiße Männer finden Gendern scheiße und verweigern sich rassismuskritischem Sprachgebrauch“, fasst eine Zuschauerin den Auftritt von Heino unter einem Instagram-Beitrag der Sat.1-Sendung zusammen. Auch andere zeigen sich wütend: „Schade, dass Ihr sexistischen und rassistischen Äußerungen die Plattform gebt“, lautet ein Kommentar.

Der Sender reagierte gegenüber dem Nachrichtenportal watson.de zum Heino-Auftritt. Ein Sprecher zitierte Salman Rushdie: „Der indische Schriftsteller, der ob seines Buches ‚Die satanischen Verse‘ verfolgt wurde und wird, sagt: ‚Redefreiheit ist das Entscheidende, um sie dreht sich alles. Redefreiheit ist das Leben.‘“

Sat.1 löscht Instagram-Posting: „Hat seine Meinung nicht gefallen?“

Inzwischen jedoch ist der Instagram-Post auf dem offiziellen „Frühstücksfernsehen“-Account gelöscht, der Sänger taucht in der Liste der beworbenen Gäste nicht mehr auf. Die ersten Kommentatoren wundern sich am Mittwoch bereits darüber: „Komisch, wo ist denn der Heino-Post hin? Hat seine Meinung zum schwachsinnigen Gendern etwa dem Sender nicht gefallen und musste gebannt werden?“

Den Sänger selbst lassen die negativen Kommentare kalt. Der Bild-Zeitung sagte der gebürtige Düsseldorfer: „Wenn man diese Kommentare liest, muss man wirklich glauben, dass einige Menschen komplett verblödet sind. Welche meiner Aussagen soll denn bitte rassistisch oder sexistisch gewesen sein? Ich bin sicher, dass die Masse der Menschen mich versteht und genau so denkt wie ich.“ Er sei kein Politiker, sondern Sänger und sage frei heraus, was er denke. „Denn das ist in diesem Land immer noch ein demokratisches Grundrecht. Ich lasse mir von ein paar Gehirn-Akrobaten ganz sicher nicht vorschreiben, was ich zu singen oder zu sagen habe. Es kann von mir aus gendern, wer will, ich werde es ganz sicher nicht tun.“

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