Helden der Bundesliga

T wie Tor, B wie Brazzo und F wie Fluffmann

Vier Geschichten des 14. Spieltags, die sie besser nicht verpasst haben sollten.

BLZ
6 Min
Überraschung: Pumuckl spielt in der Fußball-Bundesliga.

Überraschung: Pumuckl spielt in der Fußball-Bundesliga.

© Imago

Die Bundesliga hat viele Helden. Weltklassestürmer wie Robert Lewandowski, Top-Verteidiger wie Mats Hummels (beide FC Bayern München) und sogar Weltmeister, wie Benjamin Pavard vom VfB Stuttgart. Nach jedem Bundesligaspieltag werfen wir an dieser Stelle künftig einen Blick auf die anderen Helden der Bundesliga. Kicker, die für Furore gesorgt haben, Teams, die überragend gespielt haben, aber auch "tragische Helden", wie kuriose Eigentorschützen. Lesen Sie: Vier Geschichten des Spieltags, die sie besser nicht verpasst haben sollten.

Autsch! Kevin Volland rammt Andreas Luthe ein Knie ins Gesicht.

Autsch! Kevin Volland rammt Andreas Luthe ein Knie ins Gesicht.

© imago/Jörg Schüler

Augsburg: Beim Riff in der Tfunge hört der Fpaf auf

Ef ift gar nicht fo einfach, fich mit einem Riff in der Tfunge tfu äufern. Infofern war ef echt ftark, daff fich Andreaf Luthe vom FC Augfburg nach der 0:1-Flappe gegen Leverkufen fehr raff äuferte. Luthe, tfu feinem groffen Glück ohne „F“ im Nachnamen, hatte fich beim Tfufammenftof mit Kevin Volland auf die Tfunge gebiffen. Ein Ftückchen davon riff ab. Irgendwann aber hat ef nicht mehr geblutet, ertfählte der Fluffmann.

Daf hätte böfe aufgehen können. Wengiftenf blieb eine Gehirnerfütterung dem einundreiffigjährigen Augfburger Ftammtorhüter erfpart. Der ift alf Fuffballer Einigef an Ftreff gewohnt, fpielt fon die gantfe Faifon mit einem Fpetfialhandfuh, flieflich ift er am Singer, pardon: Finger verletzft.

Doch nicht auf diefen Grund fteht Luthe nicht auf Fleif. Er ifft nicht nur vegetarif, fondern vegan. Auferdem ftudiert er Informatik. Defhalb informiert er auch fo gern die Fportreporter über feinen Gefundheitfftuftand. Allef Quatf? Ftimmt. (cf.)

Beliebter Kapitän: Mike Frantz

Beliebter Kapitän: Mike Frantz

© imago/Sportnah

SC Freiburg: Franz mit T - wie Tor

Die meiste Zeit seiner Karriere war der Kapitän des SC Freiburg der falsche Mike Frantz. Der richtige war ein ausgemachter Rüpel, hieß in Wahrheit Maik Franz, sammelte Gelbe Karten (68 in 192 Spielen) wie andere Pokèmon-Figuren und war viel berühmter. Seinen Gelb-Schnitt erreichte nicht mal Liga-Rekordhalter Stefan Effenberg, der für 110 Kartons 370 Partien brauchte. Nur Bernd Hollerbach (93/220) war auch für Franz unerreichbar, dafür gab es keinen falschen Bernt Hollerbach.

Maik Franz wiederum beendete seine Karriere vor drei Jahren, ist jetzt in der Geschäftsführung des Zweitligisten 1. FC Magdeburg beschäftigt, und immer öfter, wenn der Name fällt, denken die Leute nicht an den Rübezahl, der die Gegner des Karlsruher SC, von Eintracht Frankfurt und Hertha BSC erschreckte, sondern an den zuverlässigen Mittelfeldspieler des SC Freiburg, der bis 2014 beim 1. FC Nürnberg unter Vertrag stand.

Etwa am Sonnabend, als Frantz beim 3:0-Sieg gegen Leipzig den Elfmeter herausholte, der zum zweiten Tor führte, und dann höchstpersönlich den dritten Treffer köpfte. Schon sein zweites Saisontor, nachdem er in den beiden Spielzeiten zuvor gar nicht getroffen hatte. Mit seiner Zweikampfstärke und seinem Laufpensum ist er einer der wichtigsten Spieler im System von Trainer Christian Streich und eine Führungsfigur zudem. Gut möglich also, dass er mit seinen 32 Jahren am Ende doch noch zum richtigen Mike Frantz wird. (mali.)

Leichtes Kratzen am Hinterkopf erhöht das Denkvermögen: Hasan Salihamidzic, Sportdirektor des FC Bayern München

Leichtes Kratzen am Hinterkopf erhöht das Denkvermögen: Hasan Salihamidzic, Sportdirektor des FC Bayern München

© imago/Sven Simon

FC Bayern München: Bravo, Brazzo!

Der beste Sportdirektor in der Geschichte des FC Bayern sah sich vergangene Woche offensichtlich noch einmal dazu gezwungen, ein für alle mal klarzustellen, dass er der beste Sportdirektor in der Geschichte des FC Bayern ist. „In meiner bisherigen Arbeit habe ich wahrscheinlich mehr bewegt als meine Vorgänger in ihrer gesamten Amtszeit beim FC Bayern“, hatte Hasan Salihamidzic jedenfalls in einem Gespräch mit der Welt am Sonntag bemerkt, was zum einen an die Adresse von Matthias Sammer (Sportdirektor von 2012 bis 2016), zum anderen an die von Christian Nerlinger (Sportdirektor von 2009 bis 2012) gerichtet war. Oder vielleicht sogar an die des einzig wahren Super-Sportdirektors der Bayern, also an Uli Hoeneß? Nun gut, das würde Brazzo, wie Salihamidzic von seinen Kumpeln gerufen wird, nie wagen.

Tja, das Problem von Hasan Salihamidzic ist womöglich, dass er eher im Verborgenen arbeitet, auch wenn er eigentlich immer auch irgendwie in der ersten Reihe steht oder sitzt. Bei einer zünftigen Rummenigge-Hoeneß-Pk schon gern mal auf dem Podium als aufmerksamer Schweiger, im Stadion je nach Bedarf als Trainerflüsterer, Schiedsrichterbeschwörer und 12. Mann mit telephatischen Fähigkeiten. So brachte er am Wochenende die Nürnberger mit übersinnlichen Kräften dazu, ein harmloser, körperlos agierender Gegner zu sein.

So kam beim ungefährdeten 3:0 sogar bei dem zu Unzufriedenheit neigenden Robert Lewandowski so etwas wie vorweihnachtliche Freude auf. Wie schön, ein Doppelpack für den Polen, dazu noch der erste Saisontreffer für Franck Ribéry: Bravo, Brazzo! (lot.)

Spitzname natürlich Pumuckl: Josh Sargent (r.).

Spitzname natürlich Pumuckl: Josh Sargent (r.).

© imago/photoarena/Eisenhuth

Werder Bremen: Junges Glück

An Milos Jojic kam Josh Sargent nicht vorbei. Der Serbe traf 2014 bei seinem Bundesligadebüt 17 Sekunden nach seiner Einwechslung für Borussia Dortmund. Sargent brauchte 86 Sekunden für seine Torpremiere bei Werder Bremen, als er einen von Düsseldorfs Torhüter Michael Rensing abgewehrten Ball zum 3:1-Endstand über die Linie köpfte. „Anfängerglück“, sagte der 18-Jährige cool. 

Sargent ist nun einer von 16 Spielern, die in den ersten zwei Minuten ihrer ersten Bundesligapartie ein Tor schossen. Zum illustren Kreis gehört auch Timo Konietzka, der zwar schon ein alter Hase bei Borussia Dortmund war, als er am 24. August 1963 in der ersten Minute gegen Werder Bremen traf, aber es war eben auch der erste Spieltag der neugegründeten Bundesliga.

Eilig hatte es Josh Sargent immer. Im Mai 2017 war er der jüngste Spieler, der für die USA bei einer U20-WM traf, im Monat vorher hatte er noch die U17   mit fünf Toren ins WM-Finale geführt. Im vergangenen Mai spielte er erstmals für das Nationalteam der USA, schoss natürlich ein Tor und war damit für einige Minuten der viertjüngste Spieler, dem das gelang, bis der zwei Tage jüngere Timothy Weah ihn auf Rang fünf verdrängte.

Inzwischen hat Sargent bereits sechs Länderspiele absolviert, doch bei Werder wollte ihn Trainer Florian Kohfeldt eigentlich erst in der Rückrunde einsetzen. Die vorgezogene Premiere hat sich gelohnt, von nun an wird mit Josh Sargent und seinem ausgeprägten „Torriecher“ (Kollege Max Kruse) zu rechnen sein. (mali.)

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