Herbstgemüse Kürbis: Mehr als 200 Sorten erfreuen den Gaumen

Rund und gesund

Kirsten Niemann
3 Min

Wir wissen nicht, welche Kürbismahlzeiten Max Goldt als Kind hat essen müssen. Aber eines ist sicher: Er hatte unrecht, als er dieser beliebten Beerenfrucht (!) unterstellte, sie habe das Aroma einer ungelüfteten Umkleidekabine. Insgesamt kennen wir etwa 800 Kürbissorten, die sich in Größe, Form und Farbe voneinander unterscheiden. Im Handel finden sich 200 Sorten. Das bislang weltweit größte Exemplar wurde übrigens im vergangenen Herbst geerntet: Es wog 782 Kilo.Vor dem Kochen röstenNun schneiden die Menschen also wieder Fratzen in die Schale und verarbeiten aus dem Fruchtfleisch Gallonen von Suppen. Dabei ist der Kürbis auf vielfältige Weise zuzubereiten: Er lässt sich braten, grillen, kochen, dünsten, pürieren und -weil er nämlich ein eher unauffälliges Aroma hat -mit allerlei Kräutern und Gewürzen verfeinern. Vor allem Exotisches wie Ingwer, Zimt, Nelken, Curry oder Kardamom verleihen ihm eine besondere Note.Auch wenn er nur schwer zu knacken ist: Vor dem Kochen viertelt man den Kürbis, entkernt ihn und röstet sein Fruchtfleisch zunächst im Ofen, bis es weich ist. Sorten mit harter Schale müssen geschält werden. Der rote Hokkaido lässt sich sogar mit seiner dünnen Schale verzehren, da sie beim Kochen weich wird. Der birnenförmige Butternut eignet sich besonders gut für Suppen und Kuchen. Doch Vorsicht: Wird er zu lange gekocht, zerfällt er zu Mus. Der Golden Nugget dagegen eignet sich gut für Aufläufe und Risotto. Sucrine de Berry und Muscade de Provence verfügen über ein süßlich-nussiges Fruchtfleisch, das man auch roh im Salat genießen kann. Freundliche Gemüsehändler bieten diese riesige Frucht spaltenweise an, er ist einfach zu groß.Kürbis schmeckt nicht nur gut, er ist auch gesund. Vor vielen Tausend Jahren zerstampften südamerikanische Indianerkulturen das Fruchtfleisch und vermengten es mit Quellwasser. Diesen Brei legten sie wegen seiner kühlenden Wirkung auf Brandwunden und andere Verletzungen. Auch die Blätter der Frucht waren nützlich: Angefeuchtet und erwärmt ergaben sie eine heilende Packung bei Prellungen und verstauchten Knöcheln. Nach Europa gelangte der Kürbis erst mit dem Entdeckungsreisenden Kolumbus. Hier kam es schließlich zur "inneren Anwendung" der prallen Frucht. In der Naturheilkunde spielen die Kerne schon seit mehr als 300 Jahren eine Rolle. Ihr Öl kräftigt die Blase und wirkt entwässernd. Vor allem Männer über 50 Jahren wissen um die heilende Kraft der Phytosterole, es ist eine Art Gegenspieler des körpereigenen Hormons Dihydrotesterons, welches für das Wachsen der Prostata verantwortlich ist. Auch das Fruchtfleisch ist ein Allroundtalent mit gesundheitlichem Nutzen: Die Vitamine A, C und E stärken das Abwehrsystem, sie unterstützen das Sehvermögen und sorgen für eine schöne Haut. Die Vitamine gelten als Freie-Radikalen-Killer und unterstützen die Zellerneuerung.Damit nicht genug: Schon die leuchtend orangene Farbe einiger Sorten weist auf ihren hohen Gehalt an Beta-Karotin, der die Zellen vor aggressiven Sauerstoff-Molekülen schützt, hin. Mineralien wie Magnesium, Kalium, Eisen, Zink und Kupfer stärken das Nervensystem, kräftigen das Herz und wirken sich ausgleichend auf Blutdruck und Kreislauf aus.Hilfe beim AbnehmenDie beste Nachricht aber richtet sich an alle, die auf ihr Gewicht achten müssen: Der Kürbis besteht zu 90 Prozent aus Wasser und mit seinem Brennwert von gerade einmal 27 Kalorien auf 100 Gramm Fruchtfleisch ist er hilfreich beim Abnehmen.------------------------------Foto: Muscat de Provence ist ein besonders beliebter Kürbis.Foto: Flying Saucer kann roh im Salat gegessen werden.Foto: Sweet Lightning hat ein leichtes Kartoffelaroma.

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