Es geht um Entwicklungsschritte
Die vergangene Saison war wie ein inneres Blumenpflücken für Hertha, seine Fans, seinen Manager. Ein Klub, der unter Preetz zweimal abgestiegen und zweimal wieder aufgestiegen ist, spielte lange mit um die Champions League, bevor er sich nach und von Europa entfernte. Ein selbst verschuldeter Hexit war das, der den nächsten Entwicklungsschritt ein wenig bremste. Und um Entwicklungsschritte geht es Preetz, 49, bei seiner Arbeit.
Der Mann war früher Stürmer, Nationalspieler, ist Herthas bester Torschütze. Fußball war damals einfach. Die Bundesliga ein noch ausgeglichener Wettbewerb. Seitdem hat sich viel geändert, ist der Sport zum Geschäft geworden, hat Preetz Sportmanagement studiert. Er weiß also, dass Erfolg immer mehr von den Dingen abhängt, die neben dem Rasen passieren. Dass Klubs sich als Marke auf Märkten positionieren und neue Geldgeber finden müssen.
Vor zweieinhalb Jahren hat Preetz deshalb den amerikanischen Investor KKR nach Berlin geholt, um Herthas Schuldenberg abzubauen. Eine Premiere in der Bundesliga.
Preetz muss Strategie oft verteidigen
Hertha hat zuletzt viel getan, um innovativ zu bleiben. Es gibt einen neuen Claim, und man begreift sich als Berlins ältestes Start-up, das Content produziert, im Netz dadurch so präsent ist wie nie zuvor. Preetz muss diese Strategie oft verteidigen, weil sich einige Fans mit ihr nicht identifizieren wollen. Neulich konnte man im Olympiastadion lesen: „Vom Traditionsverein zum Markenschwein. Hertha lass das Hipstern sein!“. Dazu sagt der Manager: „Es ist unsere verdammte Pflicht, neue Leute zu gewinnen.“
Preetz turnt gerade eine Übung, die für Spieler eher ungeeignet ist, aber notwendig für einen Manager: den Spagat. Einen zwischen Vergangenheit und Zukunft. Und einen zwischen Selbstlob und öffentlicher Anerkennung.
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