Hertha BSC

Das Grollen des Managers

Nach dem 1:3 in Leverkusen kritisiert Preetz die Einstellung der Spieler

Wolfgang Heise
3 Min
Herthas Manager Michael Preetz wird nach der Hinrunde laut.

Herthas Manager Michael Preetz wird nach der Hinrunde laut.

© Ottmar Winter

24 Punkte haben die Blau-Weißen in der Hinrunde geholt, genauso viel wie vergangenes Jahr. Für Preetz  ist  das zu wenig. Aber das ist für den Manager nicht das Hauptproblem. Er sieht einen gefährlichen Schlendrian. „Wenn wir mal eine Woche zurückgehen, haben die Jungs formuliert, dass sie neun Punkte holen wollen. Ich würde mal sagen: Das war mit dem Mund deutlich größer als mit den Taten. Das war von der Einstellung zum Spiel her eine Katastrophe. So kannst du in der Bundesliga nicht bestehen“, kritisierte der Manager. 

Preetz sieht einen gefährlichen Trend und sendet den Spielern ein paar unangenehme Botschaften mit in den Winterurlaub. „Das war in   den letzten Wochen einige Male. Ich weiß nicht mehr, das wievielte Mal wir in den ersten Minuten Gegentore bekommen haben. Wir haben in dieser Saison gezeigt, was wir leisten können, wenn wir fokussiert sind und wenn wir  nicht fokussiert sind, so wie in den letzten Wochen. Dann verlieren wir in Serie Spiele. Das ist eine Entwicklung, die müssen wir bremsen.“

Statt neun Zähler nur einen Punkt

1:2 beim VfB  Stuttgart, 2:2 gegen Augsburg, nun das 1:3 in Leverkusen, statt neun Zähler nur ein Pünktchen. „Diese Woche trübt extrem.  Wir haben in diesem Jahr die Chance, richtig oben reinzurutschen. Und wenn sich diese Möglichkeit bietet, muss man sie auch nutzen. Das ist mir deutlich zu wenig“, erklärt der Manager.

Für den Hertha-Macher geht es ums große  Ganze. Der Verein sucht in diesen Tagen einen Großinvestor, hat dafür den Vertrag mit dem US-Finanzunternehmen KKR vorzeitig aufgelöst, um mehr Spielraum bei Verhandlungen zu haben. Der wird natürlich noch größer, wenn man auf dem Rasen erfolgreich und attraktiv spielt.  Preetz wittert eine Riesenchance in dieser Spielzeit. „Jeder hat gesehen, dass in dieser Saison mehr möglich ist. Das ist nicht jedes Jahr so. Wir haben fahrlässig eine gute Ausgangsposition weggegeben. Aber es ist immer noch alles möglich“, hofft der ehemalige Stürmer, mahnt  aber in seinen Ausführungen:  „Wenn wir dieses negative Gesicht öfter zeigen, kommen wir noch deutlich in Schwierigkeiten. Dann ist der Abstand nach unten nämlich nicht groß genug. Das ist die Gefahr, die ich sehe.“

Seit dem blamablen 1:4  bei Fortuna Düsseldorf vor sechs Wochen, als die blau-weißen Profis eher arrogant als engagiert auftraten, macht sich Preetz Sorgen. Das Hochgefühl nach starken Auftritten und Siegen gegen Mönchengladbach, Schalke und Bayern ist  verflogen. „Es geht darum, dass wir unser positives Gesicht deutlich in den Vordergrund stellen. Das will ich im neuen Jahr sehen“, erklärt der Manager. Sein Wunsch: „Wir sollten auch mal den Beweis antreten, dass wir in der Lage sind, eine bessere Rückrunde als Hinrunde zu spielen.“ 

Preetz sieht die Diskrepanz zwischen Anspruch und Wirklichkeit und stichelt weiter: „Statt über neun Punkte zu reden, sollte man  nur von Spiel zu Spiel denken. Und da ist die Partie zum Rückrundenauftakt in Nürnberg, gegen ein Team, das im Abstiegskampf steht. Da haben wir genauso ein Spiel, bei dem wir zeigen können, dass wir die Lehren aus der Hinrunde gezogen haben.“

Send feedback

Ihre Meinung ist uns wichtig. Senden Sie uns Ihr Feedback zu diesem Artikel an: briefe@berliner-zeitung.de