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Kay Bernstein: Präsident von Hertha BSC plötzlich verstorben

Der Präsident von Hertha BSC Kay Bernstein ist tot. Er wurde nur 43 Jahre alt. Das ist bisher zu den Umständen bekannt.

Team News Christian Gehrke Karin Bühler Elmar Schütze Christian Gehrke/Karin Bühler/Elmar Schütze
4 Min
Kay Bernstein

Kay Bernstein

© Britta Pedersen/dpa

Der Präsident von Hertha BSC, Kay Bernstein, ist unerwartet verstorben. Das bestätigt sein Verein auf der Plattform X. Bernstein wurde demnach nur 43 Jahre alt. „Der gesamte Verein, seine Gremien und Mitarbeitenden sind fassungslos und zutiefst bestürzt“, heißt es in dem Tweet.

Die Todesursache ist bislang unklar. Nach Recherchen der Berliner Zeitung gab es am Dienstagmorgen in Bernsteins Wohnhaus in Hoppegarten einen Notarzteinsatz. Die Rettungskräfte konnten offenbar nichts mehr für Bernstein tun. Laut Polizei und Staatsanwaltschaft ist ein Fremdverschulden ausgeschlossen. Von einem Suizid werde im Moment nicht ausgegangen. Die Obduktion wurde angeordnet, um die Ursache genau zu bestimmen.

Der 43-Jährige hinterlässt eine Partnerin und zwei Töchter. Hertha BSC teilt weiter mit: „Die Hertha-Familie trauert mit Kays Hinterbliebenen und ist in dieser schweren Zeit in Gedanken bei seiner Familie, seinen Freunden und Wegbegleitern.“ Zu Ehren von Bernstein wurde das Olympiastadion Berlin am Dienstagabend von 17 Uhr bis 22 Uhr in Blau-Weiß erstrahlen.


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Der frühere Ultra Bernstein war seit Sommer 2022 Präsident des Berliner Klubs. Dass ein ehemaliger Fan an der Spitze eines Vereins stand, war im Profifußball ein Novum. 

Bernstein war einst Vorsänger des Klubs in der Ostkurve und engagierte sich bei der Hertha auch gesellschaftlich. Bei der Mitgliederversammlung im Juni 2022 wurde er überraschend gegen den favorisierten CDU-Politiker Frank Steffel und einen weiteren Mitbewerber zum Präsidenten gewählt. Er wurde damit Nachfolger von Werner Gegenbauer, der den Klub lange geführt hatte. Seine Wahl galt auch als Ohrfeige für das Hertha-Establishment, das in Teilen unverhohlen seinen Gegenkandidaten Frank Steffel durchsetzen wollte.

Bernstein sprach Probleme stets klar an. Er machte den Klub und das Amt wieder nahbarer. Nicht nur mit seiner allgegenwärtigen Hertha-Trainingsjacke, die er meistens trug, wurde das deutlich.

Kay Bernstein: Todesursache ist weiter unklar

In der Berliner Landespolitik herrscht tiefe Trauer über den plötzlichen Tod Bernsteins: Berlins Regierender Bürgermeister Kai Wegner (CDU) ließ nach der Senatssitzung mitteilen, dass der Todesfall alle überrascht und schockiert habe. Seine Gedanken seien bei den Hinterbliebenen und Freunden. Wegner, der selbst Hertha-Fan ist, erinnerte an Kay Bernsteins Wirken im Verein: „Kay Bernsteins Vermächtnis, der Berliner Weg, soll weitergeführt werden.“ Der plötzliche Tod habe Wegner zutiefst erschüttert. „Mit seinen 43 Jahren war Kay Bernstein mitten im Leben. Es war ihm als Präsident von Hertha BSC mit seinem Berliner Weg gerade erst gelungen, Fans und Verein wieder zu vereinen.“

Auch Christian Gaebler (SPD), Bausenator und stellvertretender Präsident des Berliner Fußballverbands, zeigte sich erschrocken über die Nachricht, die erst nach der Senatssitzung bekannt wurde. Bernstein habe in der Zeit seiner Präsidentschaft viel bewegt und Hertha in ruhigere Bahnen gelenkt. Gaebler möchte, dass an die Arbeit des 43-Jährigen angeknüpft wird.

Kay Bernstein: Andere Fußballvereine kondolieren Hertha BSC

In ganz Fußballdeutschland gab es große Anteilnahme. „Wir trauern mit der gesamten Hertha-Familie und wünschen insbesondere den Angehörigen viel Kraft“, schrieb die Deutsche Fußball-Liga (DFL) bei X, vormals Twitter. Zahlreiche Klubs kondolierten. „Der FC Bayern ist in Trauer vereint mit der gesamten Fußball-Familie um Kay Bernstein. Unsere Gedanken sind bei der Familie, den Angehörigen, Wegbegleitern sowie seinem Verein Hertha BSC“, sagte Präsident Herbert Hainer vom FC Bayern München.

In einem Brief wandte sich Union-Präsident Dirk Zingler an Herthas Vizepräsident Fabian Drescher und Geschäftsführer Thomas Herrich, in dem der Köpenicker Verein sein herzliches Beileid ausdrückt. „Kay Bernstein hat in seiner leider viel zu kurzen Amtszeit bei Hertha BSC bereits prägende Spuren hinterlassen. Die furchtbare Nachricht von seinem Tod war auch für uns Unioner ein Schock, und wir teilen den Schmerz und die Trauer der Hertha-Familie. Wir wünschen Hertha BSC in diesen schweren Stunden Kraft und Zusammenhalt.“

In der Zweiten Bundesliga steht Hertha BSC nach 17 Spieltagen auf dem siebten Platz. Am Sonntag bestreitet die Mannschaft von Trainer Pal Dardai im heimischen Olympiastadion das erste Spiel des Jahres gegen Fortuna Düsseldorf.

Transparenzhinweis: In einer früheren Version stand, dass Bernstein eine Tochter hinterlässt. Er hat zwei Töchter. Wir haben das korrigiert und bitten um Entschuldigung.

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