Eigentlich hätte Trainer Pal Dardai nach dem 3:1 von Hertha BSC gegen Paderborn genügend Gründe zur Freude gehabt. Haris Tabakovic beendete seine Torflaute mit einem Doppelpack. Fabian Reese überzeugte auf der linken Außenbahn erneut als flinker Vorlagengeber. Und in der Tabelle verbesserten sich die Berliner im engen Mittelfeld auf Platz sieben. „Aber als Trainer bin ich nicht ganz zufrieden“, sagte der 47-Jährige.
Bence Dardai fällt verletzt „bis auf Weiteres“ aus
Warum? Bence Dardai verletzte sich in der Schlussphase. „Sieht schlecht aus. Krankenhaus“, berichtete sein Vater Pal kurz und trocken und wurde am Sonntag in dieser Einschätzung bestätigt. Eine MRT-Untersuchung ergab eine Verletzung am rechten Sprunggelenk, wodurch der 17-Jährige „bis auf Weiteres“ ausfallen werde, wie es am Sonntag in einer Vereinsmitteilung hieß. Genauere Angaben zur Ausfallzeit machte Hertha BSC wie üblich nicht. Dass dazu auch noch der als Sechser agierende Deyovaisio Zeefuik das Feld angeschlagen verlassen musste, schlug dem Trainer ebenfalls aufs Gemüt. „Ich hoffe nicht“, antwortete Dardai auf die Frage, ob der Niederländer schwer verletzt sei, „denn wir brauchen ihn.“
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Und das in dieser Saison nicht nur im Ligabetrieb, sondern nach dem Erfolg in der ersten Runde des DFB-Pokals auch im zweiten Spiel des Wettbewerbs am Mittwochabend. Ein ungewohnter und körperlich fordernder Rhythmus, aber keineswegs nur von Nachteil. Gerade für Fabian Reese sind Englische Wochen ganz nach seinem Geschmack. „Weniger Training, mehr Spiele“, begründete der Berliner Offensivspieler seine Vorliebe für einen vollgepackten Kalender. Dem 25-Jährigen kommt es daher gelegen, dass vier Tage nach dem 3:1 gegen Paderborn am Mittwoch (20.45 Uhr/Sky) schon das DFB-Pokal-Duell mit dem 1. FSV Mainz 05 steigt.
Heimspiel. Flutlicht. Und das gegen einen Bundesligisten, der sieglos am Tabellenende steht und schlagbar daherkommt. Für viele seiner Kollegen wäre das Kräftemessen mit den Mainzern ein echter Saison-Höhepunkt. „Für mich gibt es nicht diese Highlight-Spiele. Ich will jedes Spiel erfolgreich sein“, äußerte Reese, der froh ist über das vermeintlich dankbare Los in der 2. Runde. „Es ist dankbar, eine Mannschaft zu bekommen, die die letzten neun Spiele nicht gewonnen hat“, sagte der Herthaner und schickte unmittelbar eine Warnung hinterher: „Ein angeschlagener Boxer ist der gefährlichste Boxer“.
Wenn die Berliner am Mittwoch erstmals seit drei Jahren wieder ins Pokal-Achtelfinale einziehen wollen, ruhen die Hoffnungen der Fans vor allem auf Reese und seinem wiedererstarkten Sturmpartner Haris Tabakovic. Beim 3:1 in der 2. Bundesliga gegen Paderborn war das Traum-Duo an zwei Treffern direkt beteiligt. Reese als Vorbereiter, Tabakovic als Vollstrecker. „Er ist ein Modellathlet. Er ist ein Siegertyp und genau der Spielertyp, den ich im Zentrum brauche“, schwärmte Reese von seinem Mitspieler, der mit seinem vierten Saison-Doppelpack seine Torflaute beendete.
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Tabakovic und Reese – das passt nicht nur auf dem Feld. „Wir harmonieren sehr ordentlich. Auch neben dem Platz. Wir sind beide morgens relativ früh immer im Gym zusammen. Wir sprechen uns auf dem Feld ab, wer wie die Räume besetzt. Umso schöner ist es, dass diese Arbeit am Wochenende Früchte trägt“, befand Reese. Innerhalb weniger Wochen hat sich der Zugang aus Kiel zum Publikumsliebling der Hauptstädter entwickelt. Wenig überraschend streifte sich der Außenbahnspieler gegen Paderborn auch die Kapitänsbinde über, als Toni Leistner nach wiederholten Foulspiel mit Gelb-Rot vom Feld musste. „Er trägt sehr stolz die Fahne auf der Brust. Er lebt für den Verein. Er ist ein super Kerl“, lobte Trainer Pal Dardai den Linksaußen.
Pal Dardai ist mit dem Abwehrverhalten noch nicht zufrieden
Ohne klitzekleine Kritik kam Dardais Lobeshymne auf Reese dann aber nicht aus. „Auch er muss sich defensiv verbessern“, forderte der Ungar. Das Abwehrverhalten seiner Spieler bereitete dem 47-Jährigen beim 3:1-Sieg ohnehin Sorgen. „Wir haben Paderborn das Tor geschenkt. Wir sind defensiv nicht stark. Wir haben gute Einzelspieler, aber nur gemeinsam sind wir defensiv stark“, befand Dardai. 20 Gegentore sind ihm zu viel.
Gegen Mainz sollen alle auch im Spiel nach hinten mitarbeiten. „Da müssen wir uns steigern“, appellierte Dardai an sein Team. Gleichzeitig forderte er mehr Konstanz. Denn wie schon in Nürnberg waren die Berliner auch gegen Paderborn nach der Führung eingebrochen. Das zwischenzeitliche 2:0 durch Jonjoe Kenny fiel unverdient. „Das perfekte Spiel wird's nicht geben“, sagte Reese über die Schwächephasen und lobte stattdessen die Entwicklung der Mannschaft: „Die Richtung ist entscheidend, und die ist ordentlich.“
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