Am Neujahrstag durfte Ronny die Beine hochlegen. Der Brasilianer, 27, konnte in Abstimmung mit dem Trainerstab von Hertha BSC sein spezielles Konditionierungsprogramm für einen Tag unterbrechen. Am zurückliegenden Sonntag aber hatte Herthas „Mann für die besonderen Momente“, so Cheftrainer Jos Luhukay, fünf Tage vor dem offiziellen Start der Berliner in die Vorbereitung der Rückrunde mit einem Laufprogramm begonnen, das durch Übungen in der Höhenkammer ergänzt worden war.
Dort kann Ronny besonders an seiner Ausdauer arbeiten – eine Eigenschaft, die er in der Ersten Bundesliga neben erhöhter Handlungsschnelligkeit und Spritzigkeit unbedingt benötigt, um vielleicht wieder zur unumschränkten Stammkraft aufsteigen zu können. Nur 13 Einsätze in der Hinrunde (mit acht Ein -und drei Auswechslungen) und vier Toren konnten weder Trainer noch Profi zufriedenstellen.
Der konditionelle Rückstand, den Ronny nach einer schludrigen Vorbereitung in den Sommerferien 2013 aufwies, war nie völlig zu kompensieren. Deshalb kam es in Absprache mit Ronnys Berater Dino Lamberti zur Regelung, dass er Weihnachten nicht nach Brasilien fliegen sollte und vor allen anderen Profis einige Übungseinheiten absolviert. Die Feiertage verbrachte er mit Familie in London, seit Sonntag arbeitet er auf dem Trainingsplatz mit Physiotherapeut David de Mel.
Geschäfte mit dem HSV
Am Freitag beginnt dann auf dem Schenckendorffplatz für den kompletten Kader der Kampf um die Stammplätze, der sich durch die sechs Zugänge im Sommer 2013 zugespitzt hatte und eine Mannschaft hervorbrachte, die auf einem hervorragenden sechsten Rang in die Winterpause ging. In dieser Transferperiode, die vom 1. bis zum 31. Januar andauert, hat Hertha keine Zugänge geplant. Neu auf dem Platz wird am Freitag mit Rune Jarstein, 29, aber der norwegische Nationaltorhüter sein, der Herthas Nummer eins, Thomas Kraft, Konkurrenz machen soll. Der 1,90 Meter große Keeper hatte vor Weihnachten einen Vertrag bis 2016 unterschrieben.
Möglich erscheinen auf der Abgängerseite Wechsel des Israelis Ben Sahar und von Fanol Perdedaj. Angreifer Ben Sahar spielte in der Ersten Liga keine Rolle und blieb ohne Einsatz. Mittelfeldmann Perdedaj kam nur in der U23 zum Zuge.
Manager Michael Preetz werden aber vor allem bald die Personalien Pierre-Michel Lasogga und Per Skjelbred intensiv beschäftigen. Im August kam es zum Tausch- und Leihgeschäft für eine Spielzeit. Lasogga ging zum Hamburger SV, der Norweger Skjelbred kam zu Hertha. Lasogga soll nach Saisonende zurück nach Berlin, wo er einen Vertrag bis 2015 besitzt, aber der HSV, für den er schon neun Tore schoss, will ihn unbedingt halten.
Skjelbred möchte bei Hertha bleiben
Skjelbred, in Hamburg mit Anschlusskontrakt bis 2015 ausgestattet und in Berlin längst Stammspieler, möchte liebend gern bei Hertha bleiben. HSV-Manager Oliver Kreuzer provoziert Hertha regelmäßig, berichtete nun von Gesprächen mit Lasoggas Mutter Kerstin, die den Stürmer berät. Kreuzer: „Ich denke, dass wir auf einer Linie sind.“ Doch in dieser viel beachteten Personalie besitzt Preetz die Hoheit bei den Verhandlungen.
Und Ronny? Der trifft während des Trainingslagers von Hertha im türkischen Belek am 15. Januar auf seinen Bruder Raffael und Mönchengladbach. Dabei will er sich von seiner besten Seite zeigen.
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