Und diese Meinung äußerte der 49-Jährige auch klipp und klar: „Im Moment funktioniert die Mannschaft auch ohne diese beiden Spieler. Die haben derzeit nicht die Nase vorn. Das ist ganz einfach. Davor muss man auch Respekt haben. Unsere Mannschaft spielt derzeit sehr erfolgreich.“
Unangenehme Auswirkungen
Luhukay will das zuvorderst nicht als Statement gegen die Nationalspieler von Tunesien (Allagui) und Israel (Ben Sahar) verstanden wissen, sondern als Lob für die intakte Mannschaft, in der sich andere Spieler wie etwa Sandro Wagner oder Ronny in den Vordergrund spielten. Das Team ist seit sieben Spielen ungeschlagen und seit dem überzeugenden 3:0-Sieg gegen den TSV 1860 München auf Tabellenplatz zwei vorgerückt. Bei diesem Duell, dem bislang besten Auftritt der Berliner, stand Allagui in der Startformation, nachdem er zuvor drei komplette Spiele auf der Bank verbringen musste.
Gegen 1860 vergab er zu Beginn eine Großchance, fremdelte danach, agierte auch unglücklich und wurde nach einer Stunde ausgetauscht. Dass Allagui, für den Hertha BSC 1,6 Millionen Euro Ablöse an Mainz 05 zahlte (Rekord in dieser Saison für die Zweite Liga) und Ben Sahar mit ihrer Rolle unzufrieden sind, ist verständlich. Allagui sagte, es sei hart für ihn, auf der Bank zu sitzen. Die Auswirkungen sind spürbar und unangenehm für ihn. Er wurde im Gegensatz zu Teamkamerad Änis Ben-Hatira vorige Woche nicht in Tunesiens Nationalelf für das wichtige Spiel gegen Sierra Leone berufen.
Auch Ben Sahar bekam keine Einladung für die beiden WM-Qualifikationsspiele Israels gegen Luxemburg. Allagui, Herthas Königstransfer, kam bislang auf sechs Einsätze, wurde aber fünf Mal ausgewechselt. Ihm gelangen zwei Treffer und zwei Assists – allesamt zu Saisonbeginn. Sahar, mit großem Trainingsrückstand nach Berlin gekommen, brachte es nur auf acht Minuten Einsatzzeit. Aber vor allem für Allagui gilt, dass dessen Chance noch kommen wird.
Er drängt jedenfalls in die Startelf, schoss im Test gegen den Drittligisten Hallescher FC (2:2) beide Tore und bewies auch in einem unbedeutenden Trainingsspielchen zum Einstand des Probespielers Kevin Pezzoni seinen Willen zur Veränderung. Fünf Mal traf er dabei.
Weil Luhukay oft auf ein 4-2-3-1-System setzte, verlor Allagui seinen erhofften Platz vorerst an den 1,94 Meter großen Sandro Wagner, der nicht nur trifft (drei Tore, ein Assist), sondern auch sehr weite Wege geht und in der Defensive aushilft.
Solch eine Spielweise freut Herthas Trainer. Allagui, der sich als „flexible Spitze“ sieht, hat nie einen Hehl daraus gemacht, dass er lieber im 4-4-2-System neben einem zweiten Angreifer agiert. Es ist anzunehmen, dass Jos Luhukay in Zukunft – je nach Saisonverlauf und Gegner – auch häufig auf zwei Spitzen setzen wird. Allagui, so viel scheint sicher zu sein, wird sich aufdrängen.
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