Über Fußball lässt sich natürlich wesentlich gefahrloser plaudern als über die vielfältigen Probleme unserer schönen Stadt. Deshalb hatte Klaus Wowereit, der Regierende Bürgermeister, gestern Abend natürlich nichts dagegen, vor der Partie gegen den SC Freiburg am mobilen Interviewtresen eines Privatsenders noch schnell ein paar Fragen zu seiner Hertha zu beantworten. Gut erholt sah er aus nach einem wohl aus gutem Grund nicht enden wollenden Skiurlaub, trug einen Vereinsschal um den Hals, und wirkte gelöst.
Allerdings hatte sein Gegenüber dann doch ein paar fiese Fragen mit in die Ostkurve gebracht. Die erste folgt sogleich, eine zweite bringen wir gegen Ende dieses Textes ein. Die erste geht so: „Was ist wahrscheinlicher, Herr Wowereit, dass die Hertha 2016 in der Champions League spielt oder dass 2016 der Flughafen eröffnet wird?“ Nichtssagend wie immer antwortete der Hertha-BER-Fan Wowereit: „Wir wollen beides erreichen.“
Hertha BSC kann zu Hause nicht mehr gewinnen: Aenis Ben-Hatira wird von zwei Freiburgern in die Zange genommen (28.02.2014).
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Wie so oft ließen die Herthaner die von ihrem Trainer Jos Luhukay geforderte Effizienz und Zielstrebigkeit vermissen.
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Torwart Thomas Kraft ist mit Tolga Cigerci nicht zufrieden.
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Beide Mannschaften trennen sich 0:0: Marcel Ndjeng im Zweikampf mit Freiburgs Matthias Ginter.
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Sebastian Langkamp mit Kontakt zum Tor. Für einen Treffer reicht es im Spiel gegen den SC Freiburg aber nicht (28.02.2014).
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Klaus Wowereit hat schon genug Probleme. Und an diesem Abend kann ihn die Hertha auch nicht aufmuntern.
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Die 90 Minuten Hauptstadtfußball, die ein mageres 0:0 für die Elf von Hertha-Trainer Jos Luhukay zur Folge hatten, sprechen jedenfalls dafür, dass der Flughafen in diesem imaginären Wettrennen trotz Wowereit und trotz Hartmut Mehdorn dann doch die besseren Chancen hat. Die Durchschlagskraft fehlte den Berlinern vor 37.920 Zuschauern, der geniale Moment, um den Dreier zu bringen, der zumindest für 24 Stunden den Sprung auf einen Europapokalplatz gebracht hätte.
Luhukay sagte: „Wir haben gut angefangen, aber im Spiel nach vorne haben wir die Kontrolle über die Offensive verloren. Wir haben nie den Rhythmus gefunden und uns wirklich schwergetan. Zum Schluss waren beide Mannschaften froh, dass man nicht verliert.“
Pfiffe im Olympiastadion
Dabei hatte sich Luhukay natürlich auch für dieses Spiel etwas Nettes einfallen lassen. Den Stoßstürmer gab dieses Mal nämlich nicht der endlich von seinem Nationaltrainer zum Test gegen Tunesien geladene Kolumbianer Adrián Ramos, sondern vorwiegend Sami Allagui. Ramos mimte in diesem verkappten 4-4-2-System derweil das Phantom, das sich − mit allen Freiheiten versehen − irgendwo zwischen Angriff und Mittelfeld aufhält, um mit seinem Torjägerinstinkt im rechten Moment zuzuschlagen.
Das sah − mal abgesehen von Allaguis Schusschance nach 60 Sekunden − allerdings über weite Strecken der ersten Hälfte gefährlicher aus als es war. Immer wieder verirrten sich die Versuche der Hertha-Offensive im Abwehrbeindickicht der Freiburger, die sich dank der Finessen ihres Übungsleiters Christian Streich offensichtlich rechtzeitig mit den richtigen Waffen für den zähen Abstiegskampf gewappnet haben. In der 44. Minute wäre sogar die Führung für den Sportclub möglich gewesen, aber Angreifer Admir Mehmedi knallte Hertha-Keeper Thomas Kraft den Ball aus etwa 14 Metern nur auf die Brust.
Wie sich auch in der zweiten, auch aus Sicht des neutralen Beobachters so enttäuschenden Spielhälfte, sind bei Hertha also doch womöglich ein paar Investorenmillionen vonnöten, um die Qualität entscheidend zu steigern. Qualität, die Erfolge bringt, auch wenn die Tagesform mal nicht so ansprechend ist. Qualität, die sich trotz eines destruktiven Gästeteams wenigstens mal ein paar zwingende Tormöglichkeiten erarbeitet oder noch besser: erspielt. So aber war dann doch im Olympiastadion ab der 75. Minute der eine oder andere Pfiff zu hören.
Ach ja, wir sind noch die zweite erwähnenswerte Frage des Fernsehjournalisten an unser Stadtoberhaupt schuldig. Reporter: „Herr Wowereit, was würden Sie einem aktiven, homosexuellen Fußballprofi empfehlen, Coming out, ja oder nein?“ Wowereit: „Ja, das muss jeder für sich selbst entscheiden.“ Das ist doch mal ein wertvoller Tipp.
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