Die Opfer der Taifun-Katastrophe brauchen schnell Hilfe, aber es gibt immense Probleme: Viele Gebiete sind noch immer unzugänglich, das Ausmaß der Schäden daher noch nicht erfasst und die Aktionen der internationalen und nationalen Hilfsorganisationen müssen koordiniert werden. Das UN-Amt für Nothilfekoordinierung (Ocha) hat denn auch schon vorsorglich alle Hilfsorganisationen aufgefordert, sich bei ihrem Büro und der Regierung zu melden: Sie möchten vermeiden, dass es ein Helfer-Chaos wie nach dem Erdbeben 2010 in Haiti gibt.
Aktion Deutschland hilft
Kontonummer 10 20 30, BLZ 370 205 00, Stichwort: „Taifun Haiyan“
Medico medico international
Kontonummer 1800, BLZ: 500 502 01, Stichwort: „Philippinen“
Diakonie
Kontonummer 502 502, BLZ 210 602 37, Stichwort: „Philippinen“
Medico international in Frankfurt arbeitet schon seit Langem mit dem lokalen Nothilfe-Bündnis Samahang Operasyong Sagip (SOS) zusammen, einem Netzwerk von Gesundheitsorganisationen auf den Philippinen. Die SOS-Mitarbeiter hätten noch keinen Kontakt zu ihren Büros im Süden und daher könnten auch sie das Ausmaß der Schäden noch nicht abschätzen, sagt Bernd Eichner von Medico, der am Montag mit ihnen telefonierte. „Doch sie sagen, dass alles noch viel schlimmer sei als befürchtet.“ Ein vierköpfiges Team versuche gerade, in den Süden vorzudringen. „Unsere Partner bitten dringend, nicht aufs Geratewohl Hilfsgüter oder gar Sachspenden zu schicken. Sie brauchen vor allem finanzielle Unterstützung“, sagt Eichner. Es seien nur Teile der Philippinen betroffen und alles was benötigt werde, ließe sich von Manila aus organisieren. Medico unterstützt das SOS-Netzwerk daher jetzt mit Geld, später werden Mitarbeiter und Ärzte geschickt.
Auch andere deutsche Hilfsorganisationen versuchen, sich erst einmal zu informieren, um Hilfe schnell und gezielt leisten zu können. Das Technische Hilfswerk hat fünf Mitarbeiter nach Manila geschickt, die mit dem Krisenstab der deutschen Botschaft in Manila kooperieren und sich mit Ocha abstimmen. „Wir befinden uns auf den Philippinen noch in der sogenannten Chaosphase“, sagt Georgia Pfleiderer vom THW am Montag. „Nicht alle Inselgruppen sind erreichbar, weshalb dort keine Bestandsaufnahme der Schäden gemacht werden.“
Auch die Welthungerhilfe hat ein Erkundungsteam geschickt, sagt Simone Pott von der Hilfsorganisation. Sie sollen lokale Partner unterstützen und mit ihnen versuchen, noch schwer zugängliche Gebiete im Westen zu erreichen. „Es sollte genau geklärt werden, welche Hilfsgüter aus Deutschland oder Europa geschickt werden müssen“, sagt auch Simone Pott. Vieles könne vor Ort und in der Region gekauft und organisiert werden.
Das UN-Welternährungsprogramm (WFP) organisiert bereits Nahrungsmittel, aber auch Kommunikationsausrüstungen, um die Nothilfeoperationen der Regierung überhaupt erst möglich zu machen. Die deutsche Organisation Caritas international stellte für die erste Nothilfe 100.000 Euro bereit und bittet wie die anderen Organisationen – und ganz im Sinne der philippinischen Regierung und der lokalen Hilfswerke – die Deutschen vor allem um Geldspenden.
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