Himmlisches Chaos

KOMÖDIE & THEATER AM KURFÜRSTENDAMM Premiere: "Einmal nicht aufgepasst" - Außerdem: "Nachspiel" und "Pension Schöller"

BLZ
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Jochen Busse kennt das Publikum als Komödiant, Schauspieler, Moderator und Kabarettist. In der Komödie "Einmal nicht aufgepasst" richtet er als Schutzengel Engelbert ein himmlisches Chaos an. Engelbert hat nämlich ein Problem: Sein Revisor Dr. Engelmann (Leonard Mader) macht ihn ziemlich barsch darauf aufmerksam, dass er seine Schützlinge auf Erden seit längerer Zeit sträflich vernachlässigt. Partys im Himmel interessieren ihn mehr als Katastrophen auf der Erde. Statt seinen Pflichten nachzukommen, vergnügt er sich lieber auf der Geburtsfeier von Marilyn Monroe mit Elvis Presley und Franz-Josef Strauß. Zur Strafe soll Engelbert runter auf die Erde, um seine Versäumnisse wieder gut zu machen. Wenn es ihm nicht gelingt, innerhalb von 24 Stunden die Harmonie im Leben der jungen Sarah Feldhoff (Tessa Höchtl) wieder herzustellen, muss er Schutzengel von Michael Schumacher werden.Schweren Herzens begibt sich der ewig nörgelnde Beamtenengel hinunter zu den Menschen. Im Berliner Stadtteil Prenzlauer Berg lebt die 25-jährige Sarah ein bislang unbeschwertes Studenten-Lotterleben. Was sich aber schlagartig ändert, als ihre Mutter Katharina (Heide Keller) aus Bonn anruft und völlig überraschend ihren Besuch ankündigt. Sarah ist geschockt, hat sie doch ihre Mutter bislang im Glauben gelassen, sie sei mit einem reichen Juristen verlobt. In Wirklichkeit führt sie eine äußerst wilde Ehe mit dem Fahrradkurier und Hip-Hopper Danny (Christian Furrer). Kein würdiger Schwiegersohn für Katharina Feldhoff, die es mit dem Osten hält wie Konrad Adenauer: Der Balkan beginnt hinter Gummersbach. Engelbert versucht, Ordnung ins Chaos zu bringen. Er verschafft sich als Klempner, Pizzabote und Staubsaugervertreter Zutritt zu Sarahs Studentenbude. Busse agiert dabei im Lotossitz und im Kopfstand, verwandelt sich mit Sonnenbrille und Baseballkappe in einen Hip-Hopper und sieht im Engelskostüm immer ein bisschen so aus wie ein Staubsaugervertreter mit Harfe und Heiligenschein. Über die Aufführung im Düsseldorfer Theater an der Kö von "Einmal nicht aufgepasst" schrieb die Rheinische Post: "Jochen Busse als rappender Schutzengel ist einsame Spitze".KÖSTLICHER EHEKRIEG"Spiel, Satz und Sieg" urteilte die BZ über die Komödie "Nachspiel" , die noch bis zum 1. August auf dem Spielplan der Komödie am Kurfürstendamm steht. Curth Flatow, der Altmeister der Komödie, schrieb Herbert Herrmann die Rolle des Chemikers Dr. Axel Borchard auf den Leib. Im Urlaub lernt er Beate (Astrid Kohrs) kennen und lieben. Schnell entschließen sich die beiden zu heiraten. Bald stehen sie jedoch vor den Scherben ihrer Ehe. Herbert Herrmann kostet in "Nachspiel" sein Sunnyboy-Image aus. Er hat aber auch keine Angst vor Skurillitäten, spielt er doch in dem Stück einen ziemlichen Pedanten. Seine Gegenspielerin Astrid Kohrs quält ihn mit schlechtem Essen und zu heiß gewaschener Wäsche. Toby, der schwule Modefotograf (Stefan Schill), steht Beate als bester Freund mit Rat, Tat, Grazie und großem Hüftschwung zur Seite.TONNE RONNENSpätestens bei Winfried Glatzeders "Mir ist eine Fniege in den Hans gefnogen" biegt sich das Publikum bei "Pension Schöller" vor Lachen. Glatzeder fegt als angehender Schauspielschüler Eugen voller Eifer über die Bühne und sein L-Fehler provoziert immer wieder zu Lachsalven. Auch die weiteren Darsteller lassen nichts zu wünschen übrig: Der Major (Friedrich Schoenfelder) fordert zum Duell. Die Autorin (Marion van de Kamp) will einen zum Romanhelden machen. Der Großwildjäger (Anton Rattinger) braucht neues Löwenfutter. Der Wirt (Herbert Köfer) behauptet, er sei ein Klavier. Kein Wunder, dass Philipp Klapproth (Achim Wolff) kurz vor dem Herzinfarkt steht. Da kann man nur sagen: Was sind "Kneist, Nessing oder Schinner" gegen diese tonnen Ronnen?------------------------------Einmal nicht aufgepasstEine Komödie von Lars Albaum und Dietmar Jacobs. Regie: Horst Johanning, Bühne: Pit Fischer, Kostüme: Gerhard Kropp. Mit Jochen Busse, Tessa Höchtl, Heide Keller, Leonard Mader und Christian Furrer. Im Theater am Kurfürstendamm.PREMIERE am 13. Juli, 20 Uhr. En suite bis 12. September.Nachspiel oder Das Ende einer ersten Ehe Komödie von Curth Flatow. Regie: Herbert Herrmann, Ausstattung: Hannelore Hirthe Kuschnitzky, Kostüme: Gerhard Kropp.Mit Herbert Herrmann, Astrid Kohrs, Stefan Schill. In der Komödie am Kurfürstendamm. En suite bis 1. August.Pension Schöller Schwank in drei Akten von Wilhelm Jakoby und Carl Laufs. Eine Bearbeitung von Jürgen Wölffer. Mit Winfried Glatzeder, Achim Wolff, Herbert Köfer, Friedrich Schoenfelder, Marion van de Kamp, Victoria Sturm, Anton Rattinger, Renate Geißler und Oliver Betke. Im Theater am Kurfürstendamm. 3. August bis 3. Oktober.Kartentelefon: (030) 88 59 11 88www.komoedie-berlin.de------------------------------Foto (2): "Ein charmanter Schutzengel": Jochen Busse und Heide Keller.Das Essen ist erklärungsbedürftig: Herbert Herrmann, Stefan Schill und Astrid Kohrs (v. l.) in "Nachspiel".

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