„Die ägyptischen Ansprüche sind nicht weniger plausibel als die deutschen“, sagte Conrad, dessen Buch „Die Königin. Nofretetes globale Karriere“ an diesem Donnerstag (1. Februar) erscheint, der dpa in Berlin. „Der deutsche Anspruch auf diese Büste ist zumindest sehr zweifelhaft.“ Heute würde niemand mehr eine Regelung wie 1912 akzeptieren.
„Diese Gesetze sind eigentlich das, was Juristen sittenwidrig nennen“, sagte Conrad. Schon zu dieser Zeit hätte niemand Funde etwa in Italien oder Griechenland mitnehmen können. Als zehn Jahre später im Tal der Könige das Grab des altägyptischen Königs Tutanchamun entdeckt wurde, war die Ausfuhr der Funde auch in Ägypten verboten.
Für Conrad wäre es „wahrscheinlich die beste Lösung, das Konzept von Weltkulturerbe wörtlich zu nehmen und eine internationale Organisation mit dem Besitz zu beauftragen und dann auch unterschiedliche Ausstellungsorte auf die Art und Weise zu ermöglichen“. Denkbar sei etwa die UN-Kulturorganisation Unesco oder auch ein andere Institution.
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