Rainer Zitelmann hat 1000 Leben. Mindestens. Gleich zwei Doktortitel trägt er, in Geschichte und Soziologie, er arbeitete als Cheflektor, Journalist, gründete eine Immobilien-PR-Firma und wurde damit reich. Er schrieb Dutzende Bücher und Artikel zu Themen von Kapitalismus bis Kraftsport. Zitelmann empfängt uns zu Kamillentee und Leitungswasser in seiner weitläufigen Wohnung und erzählt von gleich mehreren Buchprojekten, an denen er derzeit arbeitet. Stolz zeigt er auf die etwa 90 Bücher, die er zu seinem neuen Fachthema Raumfahrt kürzlich gekauft hat und in den kommenden Monaten durcharbeiten wird. Er schreibe äußerst schnell, erzählt er, aber das Lesen brauche einfach seine Zeit.
In den Jahren 2022 und 2023 hat er unzählige libertäre Veranstaltungen auf der ganzen Welt besucht, oft seine eigenen Bücher vorgestellt oder an Konferenzen teilgenommen. In seinem im Mai erschienenen Buch „Weltreise eines Kapitalisten“ beschreibt er seinen Blick auf die Länder, die er bereiste, insbesondere im Hinblick auf deren wirtschaftliche Freiheit. Im Gespräch mit der Berliner Zeitung erzählt er von der Freiheit, dem Verhältnis der Libertären zur politischen Rechten, und erklärt, wie seine Freundinnen (ja, Plural!) mit seiner Weltanschauung zusammenhängen.
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Historiker Zitelmann: „Kapitalismus ist eine spontane Ordnung, die entstand wie Tiere oder Pflanzen“
In Argentinien ist ein Libertärer an der Macht, in Deutschland geht es mit der Freiheit bergab. Im Gespräch erklärt Rainer Zitelmann, warum.
Len Sander
9 Min
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Ein Leben mit Büchern: Der Historiker und Unternehmer Rainer Zitelmann in seiner Wohnung in Berlin.
© Emmanuele Contini/Berliner Zeitung