Hitzewelle

Wasser statt Wein: Pariser Polizeipräfektur verhängt Alkoholverbot im Freien

In Paris darf Alkohol wegen extremer Hitze weder im öffentlichen Raum konsumiert noch abends zum Mitnehmen verkauft werden. Kliniken und Rettungsdienste arbeiten am Limit.

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Menschen kühlen sich während der Hitzewelle nahe Les Halles in Paris an Sprühnebelanlagen ab.

Menschen kühlen sich während der Hitzewelle nahe Les Halles in Paris an Sprühnebelanlagen ab.

© Jerome Gilles/imago

In Paris ist der Konsum alkoholischer Getränke im öffentlichen Raum zeitweilig untersagt. Das geht aus einer Verfügung der Pariser Polizeipräfektur vom Vortag hervor. Das Verbot gilt von Freitag, 12.00 Uhr Ortszeit, bis Samstag, 7.00 Uhr, und erneut von Samstagmittag bis Sonntagmorgen.

Hintergrund ist die vom französischen Wetterdienst Météo France ausgerufene rote Hitzewarnung, die höchste Warnstufe. Lokal werden Spitzenwerte von annähernd 41 Grad erwartet.

Parallel verbietet die Präfektur den Verkauf alkoholischer Getränke zum Mitnehmen, jeweils von 18.00 Uhr abends bis 7.00 Uhr morgens. Die Regelung erfasst sämtliche Einzelhandelsgeschäfte, auch Supermärkte und Lebensmittelläden. Restaurants und Bars mit regulärer Außenbewirtung sind vom Konsumverbot ausgenommen.

Kliniken stoßen an ihre Grenzen

Polizeipräfekt Patrice Faure begründete den Schritt bei einem Besuch der Pariser Berufsfeuerwehr mit der angespannten Lage in den Krankenhäusern. Die Aufnahmekapazität der Kliniken nähere sich ihrer Grenze, sagte er laut der Tageszeitung Le Parisien. Überlastet sei das System bislang nicht. Die Feuerwehr rücke derzeit täglich rund 2500 Mal aus, etwa doppelt so oft wie üblich. Die Zahl der Notrufe sei um mehr als 50 Prozent gestiegen.

Premierminister Sébastien Lecornu hatte am Donnerstag den nationalen Gesundheitsplan „Orsan“ auf Stufe 3 angehoben, die höchste Mobilisierungsstufe. Landesweit verzeichneten die Notaufnahmen viermal so viele hitzebedingte Fälle wie üblich.

Die regionale Gesundheitsbehörde der Île-de-France rät bei Hitze vollständig vom Alkoholkonsum ab, da dieser die Dehydrierung verstärke und die Wärmeregulation des Körpers beeinträchtige.

Ein Verstoß gegen das Konsumverbot wird laut Präfektur als Ordnungswidrigkeit geahndet.

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