Es sind alarmierende Nachrichten, die Heiko Jessen an diesem Freitag erhalten hat. Der HIV-Experte hat für Patienten seiner Schöneberger Schwerpunktpraxis versucht, Prep-Medikamente aufzutreiben. Sie schützen vor Ansteckung mit dem HI-Virus. Die Auskunft des Großhandels an den Arzt: „Arznei nicht verfügbar.“ Jessen berichtet: „Zuerst hieß es, erst im März seien wieder Lieferungen möglich. Dann war von Ende Februar die Rede.“ Inzwischen erhalte er keine zuverlässige Prognose mehr. „Wann auch immer Prep-Medikamente wieder zu bekommen sind“, sagt Jessen: „Wir müssen davon ausgehen, dass die Zahl der HIV-Infektionen steigen wird.“
Gesundheit
HIV-Prophylaxe: Prep-Medikament in Deutschland nicht mehr erhältlich
Schöneberger Schwerpunktpraxis befürchtet steigende Zahl von Infektionen. Bundesweit nutzen 40.000 Menschen Prep-Pillen, etwa ein Drittel davon in Berlin.
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Eine Berliner Apothekerin hält einen Blister mit dem Medikament Emtricitabin in der Hand. So werden die Medikamente für HIV-Vorbeugung mit Tabletten ausgegeben.
© Britta Pedersen/dpa-Zentralbild/ZB