Schulden

Hohes Überschuldungsrisiko: Schufa warnt wegen Kleinkrediten

Die Zahl laufender und neu aufgenommener Kleinkredite ist zuletzt stark gestiegen. Die Schufa warnt vor allem vor „Buy now pay later“ Angeboten.

Katharina Heflik Team News AFP/khe
3 Min
Viele Menschen nutzen „Buy now pay later“-Optionen beim Einkaufen.

Viele Menschen nutzen „Buy now pay later“-Optionen beim Einkaufen.

© Michael Gstettenbauer/Imago

Die Wirtschaftsauskunftei Schufa hat vor dem Risiko der Überschuldung durch zu viele Kleinkredite gleichzeitig gewarnt. Über zehn Millionen Ratenkredite wurden im vergangenen Jahr nach Angaben der Schufa aufgenommen. Dabei blieben die Hälfte unter der Summe von 1000 Euro. Die Zahl solcher neu aufgenommenen Ratenkredite sei in den vergangenen Jahren kontinuierlich gestiegen. 2020 waren es laut Schufa noch 6,7 Millionen. Der Anstieg gehe vor allem auf den starken Zuwachs an Kleinkrediten unter 1000 Euro zurück, teilte die Auskunftei mit. 2020 lag ihr Anteil noch bei rund 20 Prozent.

Der Zuwachs an neu aufgenommenen Kredit führt gleichzeitig zu mehr laufenden Krediten: Ihre Zahl stieg den Schufa-Angaben zufolge in den fünf Jahren seit 2020 von 17,6 Millionen auf 19,6 Millionen im Jahr 2024. Die Anzahl der Kleinkredite darunter habe sich in dieser Zeit von 1,3 Millionen auf 3,8 Millionen nahezu verdreifacht.

„Dieser starke Anstieg der laufenden Kleinkredite unterstreicht das potenzielle Überschuldungsrisiko durch zu viele Kleinkredite wie etwa von Buy-Now-Pay-Later“, sagte Ole Schröder aus dem Vorstand der Schufa. „Verbraucher verlieren leichter den Überblick über die monatlichen Raten und damit die Gesamtschuldenlast“, sagte Schröder weiter.

„Buy now pay later“ kann zur Schuldenfalle werden

Vor allem Menschen zwischen 35 und 44 Jahren haben immer mehr laufende Ratenkredite. Auch bei Jüngeren zwischen 18 und 34 Jahren zeigte sich der Schufa zufolge ein Anstieg, jedoch weniger deutlich. In den älteren Altersklassen sei die Zahl der laufenden Ratenkredite hingegen „weitestgehend stabil oder teilweise sogar leicht rückläufig“.

Mit der Bezahlmethode „Buy now pay later“ (Jetzt kaufen, später bezahlen) können Verbraucherinnen und Verbraucher die Rechnungen später und/oder in Raten aufgeteilt zahlen. In der Regel wird diese Bezahlmethode von spezialisierten Zahlungsdienstleistern angeboten, die mit den Online-Shops zusammenarbeiten. Die Zahlung wird somit in der Regel von Dritten abgewickelt und nicht vom Verkäufer selbst.

„Was wie ein Vorteil klingen mag, ist de facto ein Nachteil“

Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (Bafin) weist darauf hin, dass es dabei im Gegensatz zu den klassischen Bezahlmethoden „Kauf auf Rechnung“ und „Ratenkauf“ zwar möglich ist, auch kleinere Rechnungsbeträge als üblich in mehrere Raten aufzuteilen und dafür keinen Kreditantrag zu stellen. Zugleich könne diese Bezahlmethode aber auch zur „Schuldenfalle“ werden.

Denn einige Finanzierungen über „Buy now pay later“, insbesondere für Beträge unter 200 Euro, sind demnach derzeit noch von bestimmten Regelungen ausgenommen - wie etwa einer Kreditwürdigkeitsprüfung desjenigen, der das Bezahlmodell in Anspruch nimmt. „Was wie ein Vorteil klingen mag, ist de facto ein Nachteil“, erklärt die Bafin auf ihrer Internetseite. Denn Verbraucher, „die solche kreditbasierte Zahlarten nutzen, weil das Geld knapp ist, müssen allein beurteilen, ob sie sich den Kauf leisten können oder nicht“. Die Bafin rät dazu, sich nicht von niedrigen Raten blenden zu lassen. Dabei solle man auch auf mögliche Zinsen und Gebühren für das Bezahlmodell achten.

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